Johnny Liebling - Dope Jazz - Cover
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Johnny Liebling Dope Jazz


  • Label: Bastard Records/Soulfood
  • Laufzeit: 25 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

J.L - Johnny Liebling. Diese Band formierte sich aus Chris Kiel (Gesang), Ralph Beulshausen (Gesang, Trompete), Rüdiger Hensen (Schlagzeug), Kim Kiesling (Kontrabaß) und Martin Fekl (Gitarre). Chris Kiel ist in Hamburg und Umzu als The Voice (hört selbst, warum) bzw. Der Adler (siehe seine markanten "Spezial"-Bewegungen, wenn er auf der Bühne richtig auf Drehzahl kommt) bekannt. Chris wirkte auf der 2005er CD "Hochverrat" von Der Fall Böse mit und ist auch dort nicht mehr wegzudenken.

Für viele Bands sind die Goldenen Zeiten bereits längst vorbei, für Johnny Liebling blühen sie erst förmlich auf. Eine Combo, die sich nicht wirklich stilisieren lässt. Man kann sie irgendwo zwischen Swing, Jazz, Polka, Herzschmerz-Schlager, französischem Chanson und "Bukowski"-Style ansiedeln. Die Jungs tragen schnieke Anzüge, das Brusthaar offen und machen einen gepflegten 30er Jahre-Eindruck.

Die platziert versoffene Blues-Stimme von Frontmann Chris Kiel, der auf der Bühne erstmal Kette raucht, verpaßt der Band ihr typisches Siegel: wertvoll! Johnny Liebling verzaubern in Bar-Atmosphäre, sie betören und beswingen auch vor großem Publikum. Wenn Johnny Liebling zu scherzen beginnen, wird`s ernst. Heroin in Notenform mit enormem Suchtfaktor und Wiederholungswert. Johnny Liebling vertonen und verkörpern Leidenschaft pur, fünf Herren, die für ihre Leidenschaft wahrscheinlich auch sterben würden. Ganz nach der JL-Weisheit: "Es ist niemals zu spät, wenn man mal weiß, wie`s geht."

"Dope Jazz" ist in der Tat eine Droge, ein Album, das die Hamburger-Kiez-Musikszene wohl nicht bunter wiederspiegeln könnte. Den Swing verpassen Johnny Liebling ihrem Publikum intravenös, niemand kann sich gegen diesen Lausch-Angriff wehren. Johnny Liebling sind das pralle Leben im swingenden Stechschritt, die sind echt, die haben Seele, die haben Herz, genügend Beat in den Adern, und sie präsentieren ein irres musikalischen Zusammenspiel und vergewaltigen ihre Instrumente wie nur wenige andere. Johnny Liebling präsentieren hier Nummern mit deutschen und englischen Texten, eine schöner und gefühliger und souliger als die andere. Die sieben Nummern auf "Dope Jazz" betören, beswingen, verzaubern, reißen mit, haben Seele. Teils sind es Eigenkompositionen, teils gecoverte Songs ("Fever").

Hier liegt ein Album vor, welches viel zu kurz ist, um es als pefekt zu betiteln. Aber das soll hier nicht als negativ beurteilt werden, eher zu mehr motivieren. Für die Liebhaber der 30er Jahre-beeinflussten Musik mit Herz und Seele, Beat und Swing ist diese CD eine absolut zu empfehlende Angelegenheit. Johnny Liebling einmal live beobachtet macht süchtig ("She brings the rain"). Die Jungs wickeln um den Finger.

Johnny Liebling haben bei Universal unterschrieben und ihr nächstes Album "Goldene Zeiten" bereits eingespielt. Dieses wird voraussichtlich im August 2005 auf den Markt kommen. Stay tuned.

Anspieltipps:

  • Fever
  • Teufel
  • Sandy
  • Time
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