Philipp Weiss - You Must Believe In Spring - Cover
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Philipp Weiss You Must Believe In Spring


  • Label: Emarcy Records/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 56 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Am Anfang herrscht der Argwohn. Ein bis dato nur in Szenekreisen bekannter Künstler bringt sein erstes Soloalbum heraus und die Plattenfirma liefert als Info seitenlange Jubelarien ab. Zugegeben, diese stammen nicht aus der eigenen Feder, sondern aus Presseberichten und von Musikerkollegen, aber der Hype-Verdacht liegt verdächtig nahe. Doch als die CD erst mal im Player verschwunden ist, stellen sich Sorgen und Ängste schnell als unbegründet heraus. Denn mit „You Must Believe In Spring“ liefert der 33-jährige Münchner Philipp Weiss tatsächlich ein extrem schönes Jazz-Album ab.

Philipp Weiss absolvierte 1997 ein Gesangsstudium am Richard Strauss Konservatorium in München. 1999 folgt die erste Plattenveröffentlichung mit der Gruppe Liquid Loop. Im Laufe der folgenden Jahre wird er von Kollege und Vorbild Mark Murphy nach und nach in die New Yorker Szene eingeführt. Dabei trifft er auf den Pianisten Steve Kuhn, dessen Spiel Philipp Weis total begeistert. In ihm reift der Wunsch, ein Album mit Kuhn und seinem Trio aufzunehmen. Nach einigem hin und her geht der Wunsch in Erfüllung.

Philipp Weiss stellt zehn Jazz-Standards und die Eigenkomposition „She brought me back“ für die Aufnahmen zusammen, die live in nur 6½ Stunden an einem Sommernachmittag in New York, ohne vorherige Proben eingespielt werden. Begleitet vom Steve Kuhn Trio (Steve Kuhn , David Fink , Billy Drummond ) und den Gästen Lew Soloff , Eric Alexander und Tim Bolden entsteht ein vollkommen entspanntes Album, das die Leichtigkeit des Frühlings atmet.

„Jazz ist Improvisation, die jedem Instrument Freiraum zur Entfaltung lässt, dissonante Töne gestattet und am Schluss zu einem großen, gemeinsamen Ganzen zusammenwächst“. Was einige Menschen schon als geschriebenes Wort überfordert, macht vielen anderen spätestens beim Hören Angst vor dieser Musik. Eine Angst, die mit „You Must Believe In Spring“ genommen werden kann. Zwar bekommen auch hier die Musiker genügend Freiräume für Soli und Improvisationen eingeräumt, aber die Art und Weise der Darbietung entspricht eher einem langsam und harmonisch dahin fließenden Fluss. Egal, ob Balladen („A child is born“), Bossa Nova („The shadow of your smile“), fröhliche Songs („Make someone happy“) oder tieftraurige Stücke („Everytime we say goodbye”) – Philipp Weiss und Co. verstehen es, auf brillante Art Atmosphäre zu erzeugen, die auch Nicht-Jazzern gefallen dürfte.

Anspieltipps:

  • Lucky to be me
  • The touch of your lips
  • The shadow of your smile
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