Ephemera - Monolove - Cover
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Ephemera Monolove


  • Label: Dustbowel Sounds/EDEL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ephemera kommen aus den Bergen Norwegens. Ephemera das ist nicht nur ein hervorragendes Gefühl, um nicht zu sagen: Geschick für melodischen Soft-Pop der Extraklasse. Ephemera, das sind drei flotte Mädels: Inger Lise Störksen (26), Christine Sandtorv (28) und Jannicke Larsen (26). Nicht erst seit a-ha ist wohl jedem Sound-Konsumenten bestens bekannt, dass aus Norwegen musikalische Werke importiert werden, die es in sich haben. Spätestens seit "Girls keep secrets (in the strangest ways)" haben sich Ephemera in unsere Herzen tätowiert und sind nicht mehr wegzudenken. Diesen Song nutze das Magazin Elle Girl, um seine Werbekampagne zur Markt-Einführung zu starten.

Ephemera`s Song-Werke sind bereits preisgekrönt: "Girls keep secrets" wurde auf dem Bergener By:Larm-Festival zum "Song of the year 2003", kurze Zeit später wurde den Power-Frauen von Ephemera auch schon der Spellemannsprisen (sozusagen der norwegische Grammy) für 25.000 verkaufte Exemplare von "Air" verliehen. Dieses katapultierte sich mal eben auf Platz 2 der norwegischen Charts, um sich dort für 15 Wochen auch nicht wieder vertreiben zu lassen. Für ihr drittes Album "Balloons and Champagne" erhielten sie den Spellemansprisen als "Beste Pop Band".

Im Jahre 2003 schipperten Ephemera über den großen Teich des Glücks nach Japan, um dort so richtig durchzustarten, was selbstverständlich auch auf Anhieb gelang. 50.000 "Air"-Alben gingen dort über die Ladentische, ihre Tour war ausverkauft. Im September 2004 gab es Ephemera bereits zehn Jahre. Dies zum Thema "Das sind doch bestimmt junge Newcomer-Hüpfer". 2005 stehen Deutschland, Österreich und die Schweiz auf dem Eroberungs-Schlachtplan von Ephemera. Erste Erfolge verzeichnen die Ephemera-Damen z. B. in den Hörercharts von Berlin Radio 1 mit ihrer aktuellen Single "Countrysong".

Ephemera ist mittlerweile auch ein eigenes Plattenlabel, das in Norwegen mächtig absahnt. Den Verkäufen nach ist es sogar das erfolgreichste des Landes. "Monolove" ist jetzt das fünfte Album der Mädel-Combo. Als erste Single wurde "On the surface" im April bereits veröffentlicht, um das neue Album anzustupsen. Eine erste kleine Deutschland-Tour haben Ephemera bereits im Mai gespielt, "Monolove" live vorgestellt und - wie könnte es anders gewesen sein? - die Pfannen von den Club-Dächern gesungen. Zur eigentlichen Album-Veröffentlichung können Ephemera nicht durch`s Land reisen: Christine erwartet bald ihr erstes Baby.

Den eigentständigen, unverwechselbaren Ephemera-Sound könnte man als Soft-Bangles bezeichnen, akustischer Gitarren-Pop erwartet uns. Glasklare Mädchenstimmen, die einander ergänzen und komplettieren, drei Künstlerinnen, die während ihrer Performance zu einer Einheit verschmelzen. Ephemera, das ist Musik für gemütliche Herbst-Abende bei Kerzenschein, wenn man das erste Mal die kuschelige Wolldecke aus dem Schrank holt und sich mit einer heißen Schokolade auf die Terrasse oder auf den Balkon verkrümelt, um sich an einem wundervollen Sonnenuntergang zu erfreuen. Natürlich darf hier jeder so seine eigene Genuß-Methode entwickeln ...

Besonders interessant gestaltet sich eine Nummer wie "Leave it at that", die seicht in eine Pop-Country-Schublade passen könnte, hierzu würde nur der Einsatz einer leisen Mundharmonika fehlen. Bei "Thank you" begleiten wundervolle Streicher das zärtliche Arrangement. Der Einsatz der Oboe gestaltet diese Art von Pop sehr neu und entdeckenswert. "Put-on-smile" entpuppt sich als recht flotter Groove, der von rhythmischen Samba-Drums geführt wird. "Do`s and don`ts" wird hingegen von einer leicht klopfend-hämmernden Gitarre mit rennendem Bass geführt. Die Saiten krächzen fast. Das Akkordeon perfektioniert den Gesamteindruck. Leise, fein. Eine ordentliche Mitschnipps-Nummer darf natürlich auch bei Ephemera nicht fehlen: "Dead against the plan". Hier darf zart geswingt werden. Der Einsatz des Banjos vermittelt etwas Square-Danciges. Das Textgut erscheint mit Liebe zusammengeschrieben und ausgewählt worden zu sein. Die meistens Lyrics sind kleine Geschichten aus dem Alltagsleben: bunt und wiedererkennenswert ...

Um es kurz zu sagen: Ephemera sind etwas Besonderes. Sie sind nicht laut, sie sind hartnäckig und hinterlassen notenbehaftete Spuren in Herz, Kopf und Blutbahnen, deren Inhalte trotz seichter Elemente zum Kochen kommen können. Wer Ephemera einmal aufmerksam angehört hat, wird sie nicht mehr vergessen. "Monolove" ist ein Album mit Groove, musikalischer Weitsicht, "Monolove" gibt dem Zuhörer Raum für seine eigenen Phantasien und Denkweisen. Wer allerdings bei dieser Band altbekannte Ohrwurmgeschichten erwartet, ist falsch gewickelt. Ephemera machen "Zuhörmusik", die man einfach verinnerlichen sollte. Das ist mehr als ausreichend. Ephemera beweisen musikalischen Mut, indem sie recht interessante Instrument-Gestaltungen vornehmen, die an sich recht untypisch sind. Dies allein sollte zum Albumkauf bereits verleiten.

Anspieltipps:

  • City Lights
  • Do`s and don`ts
  • Dead against the plan
  • Leave it at that
  • Put-on-smile
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