Sugarplum Fairy - Young And Armed - Cover
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Sugarplum Fairy Young And Armed


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Eigentlich wartete auf diese CD ein Verriss! Die Anzeichen dafür sind doch wohl überdeutlich: Band nur bekannt, weil Bruderherz bei Mando Diao singt, Band klingt nach Oasis, obwohl Oasis doch Ende des Monats zurück sind, und der Bandname, der eigentlich ganz süß klingt, ist von einem gewissen John Lennon geklaut, der „Sugar Plum Fairy“ am Anfang von „A Day In The Life“ auf der Anthology 2 murmelt. Alles nicht so einfach und deshalb war der Fall von vornherein klar. Doch dann kamen die ersten Töne des Openers „Stay young“ (gab es da nicht mal ein Oasis-Lied?!) und es klang irgendwie nach den ganzen aktuellen Mando Diaos und Libertines, aber irgendwie bleibt aber auch der Oasis-Geruch im Raum. Zumindest die zweite Gitarre ist wie Noel Gallagher einst auf den frühen Werken. Und bei der Single „Sweet Jackie“, die die Vorurteile einleitete, ist nur Gitarre Oasis, Dynamik, Lyrics, Arrangement, Gesang, Instrumentierung ist Oasis wie sie es besser nie hinbekommen hätten. Nur bei Oasis wäre mehr Wärme, mehr Gefühl rübergekommen. Vielleicht hätten sie den Song klauen sollen und statt „Lyla“ veröffentlichen sollen.

Zum Glück kommt mit „Mona Lisa Star“ ein Song, den man verreißen möchte, obwohl er auch nicht schlecht ist. Auch Lieder wie „Lonley star“ oder „Everlasting me“ sind nicht schlecht, aber man hat irgendwie immer nur das Gefühl eine mittelmäßige Coverband zu hören. Dagegen springt einen dann „Another apple in my mouth“ direkt an und man möchte zu dm Song am liebsten beim nächsten Clubbesuch tanzen. Das dazugehörige Beatles-Schlagzeug wirkt dazu wie eine Motivationsspritze. Erst bei „Coming home“ scheint man nach dem ganzen Beatles-, Oasis- und Mando- Libertines-Gepose bei Sugarplum Fairy angekommen zu sein. Eine ruhige Ballade mit schöner Leadgitarre.

Dagegen wirkt das schnelle „Godfever“ nur allzu lahm. Doch die größte Überraschung erwartet den Zuhörer bei „Sail beyond doubt“. In feinster Robbie-Williams-Manier wird hier gepopt, nicht mehr gestoppt; selbst die Bläser sind so authentisch Williams, dass man das Gefühl hat, man hört eine „Escapology“-B-Seite. Erst bei „Rock’n’Roll Tragedy“ wird Oasis wieder in die Lautsprecher gebrüllt. Immerhin erst nach zwei Liedern wieder. Und es geht auch schon wieder, denn „Far away from man“ klingt nicht wie die Zitatensammlung des Rock’n’Roll, sondern es erklingt nach Sugarplum Fairy und man wünscht sich mehr davon!

Aber im Großen und Ganzen befinden sich auf „Young & Armed“ eindeutig zu wenig Songs, die nach Sugarplum Fairy klingen. Stattdessen gibt es zu viele verkappte Oasis-Songs, die nicht das Gefühl von Oasis-Liedern bringen, wenn man mal eins hört. Schade, denn eigentlich hat die Band genug drauf, um zu den Großen zu gehören.

Anspieltipps:

  • Sweet Jackie
  • Coming Home
  • Sail Beyond Doubt
  • Another Apple In My Mouth
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