Mardo - Mardo - Cover
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Mardo Mardo


  • Label: House Of Restitution Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Bei Mardo haben wir es mit einer im Sinne des Wortes eingespielten Brüderschaft zu tun: Aron Mardo, zuständig für Bass, E-Pianos, Orgeln, Sonic Manipulation sowie Gesang und sein Bruder Robert Mardo, der sich um die Drums, alle Gitarren und den Gesang kümmert. Live werden Mardo von Zeit zu Zeit von Rob Small unterstützt, der Gitarrenspiel und Gesang beisteuert. Aron und Robert spielen alle Instrumente auf ihrem Erstlingswerk selbst. Nur für das Cover der Huey Lewis-Nummer "I want a new drug" lassen sie sich am Saxophon von Les Pierce supporten.

Mardo stammen aus einem fast unbekannten Fleckchen in Zentral-Kalifornien und haben in den USA bereits 30.000 Exemplare ihres Debüt-Albums "Mardo" an den Musikliebhaber gebracht. Nicht anders ist es zu erklären, dass die beiden Jungs ohne herrschaftlichen Major-Deal eine solche Menge verkaufter Alben erreicht haben. Mardo haben bereits mächtig Bühnen-Luft schnuppern dürfen: Sie tourten als Support von Social Distortion, Smashmouth, Fiona Apple, Brian Setzer Orchestra und Blink 182 durch die Staaten und sammelten Erfahrungen. Mittlerweile rennen die Fans Mardo die Türen ein, nicht nur zuhause in Kalifornien. Das Hybrid Magazine ernannte "Mardo" bereits zum "best power-rock album of the 2000`s". Aha! Aron und Robert komponieren und texten höchstpersönlich. Selbst das Artwork für das CD-Cover stammt aus ihrer Feder. Offensichtlich haben wir es bei Mardo mit zwei Multi-Brains zu tun.

Dieses Wunder-Rock-Duo liefert feinsten Melodic-Rock ab, der etwas Glamouröses hinter sich her zieht. Aber Mardo haben auch den Soul im Blut und lassen ihn als spritzig-interessanten Mix auf "Mardo" von der Leine. Mardo fabrizieren rhythmisch gesteuerte Melodie-Kracher allererster Güte ab, die allesamt hängen bleiben. Durch das gesamte Album hindurch, immerhin in diesem Fall durch dreizehn Songs, powern sie in gesteigerter Form drauf los. Den Müttern begeisterungswürdiger Töchter sei angeraten, diese gut unter Verschluß zu halten, denn tauchen Mardo irgendwo live auf, wird es kein Halten mehr geben. Wir haben es hier mit einer Formation zu tun, die Stadien füllen, Städte beschallen und tausende von Leuten anziehen wird.

"Mardo" ist ein Silberling, der facettenreich, farbenfroh und spannend kreiert rüberkommt. Mit Liebe komponierte Musik mit Hooks, die es einfach in sich haben. Das kann man an sich nicht groß beschreiben. Mardo muss man erleben, fühlen, mitmachen, aufsaugen. Diese Jungs rocken sich bis in die gründigen Elemente. Gewisse Einflüsse aus Richtungen wie Tom Petty, The Who, Pink Floyd, Cream, Hank Williams, The Beatles, Led Zeppelin, The Doors oder The Kinks sind sicherlich nicht zu verleugnen, aber nicht so hörbar, dass man von einer Kopie von etwas, was bereits dagewesen ist, sprechen könnte. Mardo sind Unikate, auch hört man zwischendurch Rock`n`Roll in komprimiert-bekannter Form heraus. Aber dies gepaart mit ihren eigenen Tonfolgen gibt etwas ganz Neues. Einen Mardo.

Die Art und Weise, wie Mardo den alten Huey Lewis-Dauerkracher "I want a new drug" covern, sagt an sich alles aus: Der Text wurde übernommen, die eigentliche altbekannte Hook schimmert leicht durch, aber im ersten Moment des Hinhörens bemerkt man gar nicht, dass wir diesen Song alle schon seit Jahren im Ohr haben, gewissermaßen. Eine respektvolle Arbeit als Ehrbeton an Großmeister Lewis. Wow! Wenn man die Mardo-Version zwei, drei Mal gedreht hat, bemerkt man schnell, dass es Zeit für eine Veränderung war. Ihr Gewand des Klassikers wurde neu eingefärbt, abgegriffene Elemente wurden "ausgebessert". Fachmännisch. Mardo dazu, warum ausgerechnet dieser Song gecovert werden musste: "Als wir Kinder waren, durften wir ihn mal kennen lernen. Er hatte sich tatsächlich kurz vor Showbeginn die Zeit genommen, um uns die Hände zu schütteln. Das war ziemlich cool." Und von der Mardo-Version soll sogar Lewis selbst sehr angetan sein.

"Anyone but me" ist als Opener díe Wahl schlechthin. Eine sich noch etwas träge, aber rhythmisch und pur zum Ziel schleppende Mid-Tempo-Nummer, die schon beim ersten Hörgang verankert neben dem Amboss im Ohr ihren Platz gefunden hat. "Here she comes" kommt dann auch gleich wirklich aus`m Schuh und fetzt von der ersten bis zur letzten Note. Bei diesem Song ist der Sänger sehr deutlich in seinem Element. "Son" klingt absolut in die 70er zurück, eine Zeitreise. Mardo sind auch hymnentauglich: "Broken Bones". "Told you so" wird dann etwas ruhiger und durch die verzehrte Stimme herrlich Gänsehaut lastig. "I`m the one" ist ein Song, der so ganz aus der Liste der Mardo-Nummern heraus sticht: eine Akustik-Ballade mit Fake-Streichern und E-Piano-Begleitung. Eine schönere Art und Weise zum "Rausschmeißen" hätten die Jungs für diese CD nicht wählen können. Versetzten einen doch zwölf Songs fast in Trance, holt uns "I´m the one" auf den Boden der musikalischen Tatsachen zurück.

Mardo machen Musik, die Spaß macht, die ihnen beim Einspielen offensichtlich auch einige Genußmomente beschert haben muss. Mardo`s Spiel ist geprägt aus flotten, aus dem Ärmel groovenden Parts, die locker-flockig die Musikalität leiten. Für ein Debüt-Werk ist "Mardo" bereits enorm perfektioniert und ausgereift. Mardo`s Sound könnte sich auch wunderbar für einen Soundtrack eignen. Sie versprühen Jugend, Emotionen, Lebensfreude, Esprit, Rock`n`Roll und gehen locker bis zum Maximum. Einfach so. Ein Werk für Leute, die für Neues offen sind und vom Altbekannten eh niemals lassen können.

Anspieltipps:

  • I want a new drug
  • Son
  • Anyone but me
  • Here she comes
  • I`m the one
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