Brothers Keepers - Am I My Brother´s Keeper - Cover
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Brothers Keepers Am I My Brother´s Keeper


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 74 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Adriano (Letzte Warnung)“ hieß vor vier Jahren die erste „Brothers Keepers“-Single. Der Song sollte ein deutliches Statement zum politischen Status quo der deutschen Gesellschaft sein. Ein Aufruf, sich aus der Ohnmacht vor Rechtsradikalismus und Gewalt gegen alles Fremde zu befreien.

Das „Brothers Keepers“-Projekt wird getragen von einem losen Kollektiv afrodeutscher HipHop-, Soul- und Reggaekünstler. Das bekannteste Gesicht der Gruppe ist zweifelsohne Xavier Naidoo. Naidoos Textzeilen und sein Auftritt im „Adriano“-Video zählten dann auch zu den beeindruckendsten Vorstellungen, als er mit grimmiger Miene verkündete, was die Uhr geschlagen hatte: „Dies ist so was wie eine letzte Warnung Denn unser Rückschlag ist längst in Planung Wir fall'n dort ein, wo ihr auffallt Gebieten eurer braunen Scheiße endlich Aufhalt Denn was ihr sucht ist das Ende Und was wir reichen sind geballte Fäuste und keine Hände. Euer Niedergang für immer. Und was wir hören werden, ist euer Weinen und euer Gewimmer“.

Mit „Am I My Brothers Keeper?“ legen BK nun den Nachfolger ihres Debüts „Lightkultur” aus dem Jahr 2001 vor. Wiederum hat sich das Who is Who der HipHop-, Soul- und Reggaeszene eingefunden, diesmal unterstützt von den Rockern Joachim Deutschland und Such A Surge. Auf den 17 neuen Tracks wirkten diesmal u.a. Cassandra Steen (Glashaus), Denyo (Beginner), Samy Deluxe, Afrob, Patrice, Torch, Xavier Naidoo (Söhne Mannheims), Gentleman und Eased (Seeed) mit. Doch lässt man sich vom – zugegebenermaßen – guten Zweck des Albums nicht blenden, ist schnell festzustellen, dass die meisten der dargebotenen Tracks nicht übers Mittelmaß hinauskommen.

Die Künstler-Herrschaaren bieten dem Hörer von jedem Musikstil ein bisschen, ohne echte Überraschungen aus dem Hut zu zaubern. So wird z.B. mit „We will ever know” die Reggae-Fraktion von den Herren Gentleman, Patrice, Bantu, D-Flame, Don Abi, Eased und Nosliw bedient und mit „Bang Bang!“ ein wilder Crossover-Rock-Schinken von Such A Surge und Afrob durch die Speaker gejagt. Dazu gibt es jede Menge HipHop, R&B und Multi-Kulti-Kollaborationen, die allesamt verzichtbar sind. Fazit: Der (gute) Zweck heiligt diesmal eben nicht die Mittel!

Anspieltipps:

  • Am I
  • Bereit
  • All of us
  • So gerne
  • Bang Bang!
  • The global casino
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