Michael Seymore - Be Real - Cover
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Michael Seymore Be Real


  • Label: New Style/SOULFOOD
  • Laufzeit: 50 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Über den in El Paso, Texas, USA geborenen Michael Seymore gibt es noch nicht so arg viel zu berichten, was seinen musikalischen Werdegang betrifft. Michael Seymore, der heute in Dreieich bei Frankfurt a. M. lebt und wirkt, ist ein Newcomer, aber einer, der mit einer geballten Ladung Talent probiert, Fuß zu fassen. Seymore verfügt über eine Stimme mit hohem Wiedererkennungswert, Seymore hat das gewisse Etwas, das man auf dem Weg zu den Sternen benötigt, Seymore nennt Ausstrahlung, Musikalität und einen entsprechenden Willen sein Eigen. Die Radiostationen werden sich noch wundern, was ihnen in den nächsten Wochen "passieren" wird.

Seine Vergangenheit erfüllte Seymore mit dem Drang, Menschen unterhalten zu wollen. Als pubertärer Zauberer war er berühmt berüchtigt, doch auch als Rock`n`Roll-Tänzer bestach er bereits. Doch nur eines war ihm wirklich auf`s Herz tätowiert: die Musik, seine Musik. In frühester Jugend profilierte er sich in einer Schulband, berührte mit Musicalsongs und ließ sich vom Blues beeinflussen und verzaubern. Michael Seymore sagt hierzu heute: "Die Richtung, in die ich mich bewegen wollte, war schon sehr früh klar. Mein Vater war als DJ tätig und führte einige Jahre eine Promotion- und Management-Agentur. Ich wollte auch irgendetwas mit Musik machen".

Michael Seymore lernte, Gitarre zu spielen, durchlief das "übliche" Lehr- und Pflichtprogramm mit "Get back" u. ä. Aber genug war das noch lange nicht. Er drehte Videospots, Musikfilme, Kurzfilme, versuchte sich im Theater-Schauspiel, selbst in englischer Sprache. Seine wohl bekannteste Rolle war der Mozart im Stück "Amadeus". Michael Seymore nahm an Talentwettbewerben teil, bekam den Hals aber noch immer nicht voll genug. Etwas Neues musste her, etwas Eigenes: "Ich bin ein sehr neugieriger Mensch und möchte immer bis an meine Grenzen gehen. Halbe Sachen liegen mir nicht, es ist nicht mein Naturell. Ich weiß, das klingt alles sehr klischeehaft, aber wenn es nun mal so ist." To the point!

Mit großen Schritten ging es weiter voran: Es folgte ein Zusammenspiel mit der Magic Sound Big Band. Das Publikum bemerkte Seymore, er stach heraus, er fiel auf, er machte Eindruck. Michael: "Es war klasse. Ich mit einer 20köpfigen Bigband im Rücken. Wir spielten Songs von Sinatra, Dean Martin, Sammy Davis jr. und Robbie Williams. Ein geiles Gefühl!".

Und dann hockte er mit Songwritern und Produzenten wie Dennis Korn und Jochen Flach zusammen, brütete dies und jenes aus, plötzlich war ein gesamtes Album zusammengeschrieben, "Be Real". Und damit dieses Multitalent auch wirklich alle Fäden selbst ziehen kann, wurde - natürlich - erstmal das eigene Label Newstyle Records ins Leben gerufen und gegründet. Der Perfektionist Seymore: "Nicht, dass ich kein Vertrauen zu anderen Menschen hätte, nein, ich habe halt nur gern die Kontrolle über alle Sachen. Wenn irgendetwas schief laufen sollte, muss ich mir halt selbst einen Tritt in den Arsch geben", lacht er.

Am 30. Mai erscheint die erste Single ("Hello Amy") aus seinem Erstlings-Album "Be Real". "Hello Amy" ist ein begnadeter Ohrwurm für alle Gelegenheiten. Der 29jährige Seymore selbst sagt dazu: "Musik soll Spaß machen und genau diesen Spaß möchte ich transportieren. Es ist alles sehr, sehr spannend. Meine Band und ich, wir sind schon ein wenig aufgeregt. Hoffentlich gefällt den Leuten da draußen unsere Musik" ...

Wunderschöne Balladen wie "Always a tomorrow", "Wasting your time" oder "If you see the rain" lassen tiefer (ein)blicken, Seymore`s Stimme komplettiert diese Nummern. Die Gitarren auf "Don`t get me wrong" machen den Song aus, die Hookline zieht rein, bleibt hoffnungslos im Kopf des Zuhörers hängen. "Hello Amy" ist als erste Single díe Wahl schlechthin. Der Song ist qua Rhythmus kaum zu perfektionieren, er wird niemanden auf den Stühlen sitzen lassen. Da muss mensch mit. "Save me" und "You are like the sun", die einzigen etwas monoton gesungenen Nummern auf diesem Album haben Festival-Charakter und werden zu Ihrem Recht kommen. Dann wäre da noch dieses prickelnde "Nanana", ein simpler Titel, der aber auch schon ausreichend aussagt, worum es geht. Ein Mitsinger für jede Gelegenheit.

Und plötzlich hat man anfangs das Gefühl, Elton John hätte das Co-Writing übernommen: "One more chance". Keine Minute, dann verwirft man diesen Eindruck allerdings gleich wieder ... Das ist Michael Seymore, ein Songwriter mit eigenem Siegel. "Think about yourself" könnte eine Lagerfeuer-Nummer werden, akustisch gespielt wäre sie sicherlich "ausreichend" dargeboten. Es kesselt. Die zweite Singleauskopplung könnte direkt "Let us change the world" werden. Ein Pop-Rock-Kracher der Extraklasse, ein Beat, bei dem man mit muss, einer dér Ohrwürmer auf "Be Real". Die besseren Tage passieren sicherlich in "Better Days", etwas funky angehaucht und total klasse, groovy. "The time goes by" ist eine Ballade zum Wegträumen, Mitschunkeln, Kuscheln ... die Nackenhaare stellen sich auf. Den Abschluß macht die rockige Geschichte mit Namen "You`re the one", eigentlich schade, dass "Be Real" schon zu Ende ist.

Michael Seymore war am gesamten Machwerk beteiligt: er komponierte, textete, produzierte, spielte diverse Instrumente ein, nahm auf, mixte und und und. Es wird niemandem verborgen bleiben, dass dieser Künstler sehr viel von sich selbst einfließen ließ. "Be Real" ist sehr persönlich, offen, ehrlich, straight, auf den Punkt, fröhlich, mitreißend. Seymores romantische Ader streckt sich über alle vierzehn Songs, allerdings ohne kitschig oder schwofelig zu wirken. Dieser Mann verbreitet etwas Herz erfrischendes.

"Be Real" ist ein Album, das brillant gespielten und komponierten Gitarren-Pop präsentiert. Während vierzehn Nummern wird es dem Zuhörer kein bißchen langweilig. Michael Seymore überrascht mit jedem Song, den er vorstellt. "Be Real" ist absolut kein Schubladen-Werk, jede Hookline hat etwas Eigenes und gibt den Spaß, die Freude wieder, die Seymore und seine Truppe beim Schreiben und Einspielen scheinbar hatten. Man hört ihn zwischendrin förmlich lächeln und strahlen. Diese Positiv-Energie überträgt sich.

Es ist einfach nicht möglich, hier eine Lieblingsnummer zu wählen. Das gesamte Album stellte sich als typischer Debut-Klassiker heraus. Keine Nummer gleicht der anderen, und doch erkennt man die Seymore`schen Einflüsse durchweg. Diesem jungen Mann werden wir sicherlich noch sehr oft und lange begegnen. Seine Texte kann man sich schnell merken, weil die Inhalte logisch aufgebaut sind und an sich aus dem Leben stammen. Michael Seymore ist ein Musiker, den man sich nicht nur auf CD unbedingt antun sollte; es wird Zeit, dass er es uns auch live zeigt! Seymore ist eine der Ausnahmen im momentanen Musikgeschehen, wo es viel zu oft nur um Kommerz und nicht mehr um den eigentlichen Sinn des Musikmachens geht: Spaß und Unterhaltung.

Anspieltipps:

  • Hello Amy
  • Always a tomorrow
  • Don`t get me wrong
  • Nanana
  • One more chance
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