KT Tunstall - Eye To The Telescope - Cover
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KT Tunstall Eye To The Telescope


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine tolle Neuentdeckung im Singer/Songwriter-Bereich.

Fünf Monate nach dem UK-Release erscheint nun auch bei uns das Debütalbum der jungen Singer/Songwriterin Kate „KT“ Tunstall. Da passt es ganz hervorragend, dass das Album (Titel: „Eye To The Telescope“) soeben die Top Ten der englischen Charts geentert hat. Gut Ding will eben Weile haben.

KT Tunstall wuchs im Universitätsstädtchen St. Andrews an der schottischen Ostküste (auch bekannt für seinen guten Whiskey) auf. In ihrer Kindheit interessierte sie sich kaum für Musik. Erst als Teenager begann ihr Herz für die Musik zu schlagen. Sie lernte Klavierspielen, später auch Gitarre. In ihrer Studienzeit zog KT nach Connecticutt in den USA. Dort gründete sie auch ihre erste Band The Happy Campers. Später siedelte sie nach London um, von da zurück nach St. Andrews und dann wieder zurück nach London. Dort begann sie zusammen mit dem schwedischen Songwriter und Produzenten Martin Terefe, Jimmy Hogarth und Tommy D. an neuen Projekten zu arbeiten. Mit mehr als hundert Songs in der Tasche und einer neuen Band an ihrer Seite machte sie sich endlich daran, unter der gütigen Führung von Produzent Steve Osborne (U2, New Order, Happy Mondays) ihr Debütalbum aufzunehmen.

Eingespielt in einem kleinen Studio in den Wäldern von Wiltshire, England, entstand ein schönes, gitarrenorientiertes Singer/Songwriter-Werk mit angenehm reduzierter Instrumentierung. Dazu KT: „Ich wollte nicht zu viel Technik mit ins Studio nehmen. Interessante Musik entsteht immer dann, wenn man sich etwas einfallen lassen muss. Tom Waits hat mal gesagt, der beste Weg, ein Geräusch zu schaffen, das so klingt, als ob jemand mit dem Stiefel gegen einen Pappkarton tritt, wäre der, mit einem Stiefel gegen einen Pappkarton zu treten“. Okay, so extrem wie ein Tom Waits geht KT dann doch nicht an die Sache heran. Ihre Songs tragen nämlich grundsätzlich eine gute Priese Pop im Herzen, auch wenn es so introvertiert zugeht wie in der wunderschönen – kitschfreien – Ballade „Under the weather“, beim spielerisch-jazzigen „Silent sea“ oder dem spannenden „Universe & U“, das mit elektronischen Sounds und E-Gitarrenklängen angereichert wurde.

Hier zeigt KT Tunstall ihre Stärken, indem sie im Stile einer Lisa Loeb die Lyrics zu spartanischen Gitarrenklängen flüstert und haucht. Das sorgt für Gänsehaut und Wohlfühlstimmung beim Hörer. Doch die Dame kann auch richtig aus sich herausgehen und treibende Folksongs wie „Black horse and the cherry tree“ überzeugend rüberbringen. Rhythmusorientierte Stücke wie „Miniature disasters“ zünden dagegen nicht unbedingt. Die 12 Songs auf „Eye To The Telescope“ zeigen deutlich, dass KT die ruhigen Gitarrenstücke wesentlich besser liegen. Diese machen das Album zu einer tollen Neuentdeckung im Singer/Songwriter-Bereich. Nicht nur für Genrefans unbedingt empfehlenswert!

Anspieltipps:

  • Silent sea
  • False alarm
  • Universe & U
  • Under the weather
  • Other side of the world
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