Blood Or Whiskey - Cashed Out On Culture - Cover
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Blood Or Whiskey Cashed Out On Culture


  • Label: Punkcore Records/CARGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Irish-Folk-Punk-Legende The Pogues ist und bleibt unerreicht. Ihr Mix aus traditioneller irischer Folksmusik mit Punk- und Rock-Elementen war so authentisch und mitreißend wie ein Besuch im Pub mit guten Freunden. Leider ging die Band an der Alkoholsucht ihres Frontmannes Shane MacGowan zu Grunde. Das bedeutet aber nicht, dass das Genre nach dem Ende der Pogues ausgestorben ist. Schon 1994 formierte sich die erste Post-Pogues-Band Blood Or Whiskey, um in die Fußstapfen ihrer Vorbilder zu schlüpfen.

Die sechsköpfige Truppe aus Dublin veröffentlichte bis dato zwei Alben („Blood Or Whiskey“, 1999 und „No Time To Explain“, 2002) und stand u.a. mit Shane McGowan, The Mighty Mighty Bosstones, Dropkick Murphys und The Stranglers auf der Bühne. Jetzt steht das neue Album „Cashed Out On Culture“ von Alan Confrey (Vocals, Tin Whistle), Sean Fallon (Akkordeon), Peter Townsend (Banjo), Chris O’Meara (Drums, Vocals), Beano Skint (Bass, Vocals) und Dugs Mullooly (Vocals, Gitarre) in den Läden.

Mit ihrem rauen irischen Charme präsentieren die Sechs ein umfangreiches Paket energiegeladener Sauflieder („No answers“, „Ruler, ruler“), die mitunter etwas windschief aus den Boxen rumpeln („Doors of hope“, „A holy trinity“) und auch nicht wirklich vor Abwechslung strotzen, denn dazu wird das Tempo einfach zu selten gewechselt. Darüber hinaus scheinen die Herrschaften auch nach 10 Jahren nicht die begnadetsten Musiker zu sein, was so mancher Verspieler verrät.

Interessant wird es immer dann, wenn Blood Or Whiskey ihren Sound variieren und die ausgetrampelten Pfade des Irish Folk verlassen. So überzeugen „Glory O’“ als furioser Kneipen-Sing-Along und „Impaired vision“ als rockiger Ska-Folksong. Überflüssige, weil langweilige Instrumentals wie „Requiem for a king“ hätte sich die Band dagegen sparen können.

„Cashed Out On Culture“ taugt allenfalls als temporäre Kneipenbeschallung. Für den Langzeiteinsatz zu Hause hat das Album einfach einen zu geringen Nährwert. Im Prinzip wird das gesamte Songmaterial vom Durchschnitt regiert. Und das erzeugt einfach keine Spannung. Selbst lyrisch präsentieren sich Blood Or Whiskey nicht besonders tiefgehend. Also greifen wir weiterhin zu unseren Pogues-Alben und ersparen uns dieses Mittelmaß.

Anspieltipps:

  • Glory O’
  • Ruler ruler
  • Impaired vision
  • Shattered dreams
  • Deadwood & the cash deceiver
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