Soulfly - Dark Ages - Cover
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Soulfly Dark Ages


  • Label: Roadrunner/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 79 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

An „Dark Ages“ hört man, dass das letzte Jahr für Max Cavalera eine harte Zeit war.

Viele Musikfreunde kamen nie über die Trennung von Sepultura und Max Cavalera hinweg. Das ist durchaus verständlich, da „Chaos AD“ und „Roots“ kaum an Genialität zu übertreffen waren. Trotzdem hat Cavalera mit seiner Vision von Soulfly vier sehr gute Alben aufgenommen, während Sepultura mit ihrem neuem Sänger im oberen durchschnitt spielten. Als sich bei Soulfly dennoch etwas Stagnation breit machte, überraschte die Band mit dem etwas härteren Album „Prophecy“. Mit „Dark Ages“ geht es jetzt noch einen Schritt weiter.

Der Titel ist Programm, somit wird „Babylon“ durch ein dunkles Intro eingeleitet und das Album startet in bester Soulfly-Manier. Was aber sofort auffällt, sind die verschiedenen Soundspielereien, die sowohl aus der Gitarre stammen, aber auch synthetisch erzeugt werden. Für Abwechslung wird durch das Wechselspiel zwischen Grooves und Midtempo-Stampfern gesorgt. „I and I“ hingegen ist ein Thrash-Metal-Song, der zeigt, wie man in Pink Floyd ähnliche Sphären vorstoßen kann. Besonders überzeugt das Lied durch das interessante zweistimmige Solo. Mit „Molotov“ gibt es einen Antikriegssong in drei verschiedenen Sprachen. Portugiesisch, Russisch und Englisch – eingesungen unter anderem von Billy Milano. Hierbei lebt Cavalera vor allem seine Vorliebe für Hardcore aus. Songs wie „Arise again“ oder auch „Front lines“ hingegen erinnern immer wieder an die Zeiten noch vor Soulfly und überzeugen durch extreme Härte, die Max Cavalera am besten liegt. Doch bevor man sich versieht, endet auch „Front lines“ in akustischen Gitarren und bietet einen sehr intensiven Hörgenuss.

„Inner spirit“ und „Riot starter“ gehören wohl zu den größten Überraschungen auf dem Album. Beim ersterem grölt Cavalera so böse, wie nie zuvor. Für frischen Wind wird durch den serbischen Eyesburn-Sänger gesorgt und das ganze Lied bekommt auch einen leichten Alternative Anstrich verpasst. „Riot starter“ hingegen ist an Prodigy’s „Fire starter“ angelehnt und kommt mit einem Drumcomputer daher. Ob das für ein Soulfly-Album eine gute Idee war, soll jeder selbst entscheiden. Zu den besten Songs gehört „Corrosion creeps“, das durch einen orgelähnlichen Sound glänzt. Vor allem hat das Lied eine interessante Struktur und endet wieder in einem angenehmen atmosphärischen Part. Mit „Soulfly V“ gibt es einen sehr runden Abschluss. Das ist ja schon zu Tradition geworden.

An „Dark Ages“ hört man, dass das letzte Jahr für Max Cavalera eine harte Zeit war. Anstatt sich aber auf blinde Raserei zu verlassen, hat er diese Zeit für das wohl beste Soulfly-Album genutzt, dem es an Ideenreichtum und Abwechslung nicht mangelt. Die folkloristischen Einflüsse sind zwar etwas weniger geworden, dafür gibt es aber mehr Härte und Soundexperimente, die auch aufgehen. Bleibt nur zu hoffen, dass Max Cavalera sein jetziges Line-Up für längere Zeit erhalten bleibt.

Anspieltipps:

  • Molotov
  • Front lines
  • Corrosion creeps
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