The Rasmus - Hide From The Sun - Cover
Große Ansicht

The Rasmus Hide From The Sun


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Musikbusiness ist kurzlebig und verzeiht keinen musikalischen Stillstand.

Elf Jahre machen Sänger Lauri Ylönen, Bassist Eero Aleksi Heinonen, Drummer Aki Markus Hakala und Gitarrist Pauli Antero Rantasalmi nun schon zusammen Musik. In dieser Zeit haben sie sich vom finnischen Geheimtipp zur international erfolgreichen Gruppe mit Platinauszeichnungen gemausert. Mit ihrem letzten Longplayer „Dead Letters“ (2003) setzten sie sich in ganz Europa an die Spitze der Charts. Fast 2 Millionen CDs sind seitdem verkauft worden und die vier Jungs aus Helsinki standen für den Nachfolger unter enormen Erfolgsdruck. In Schweden wurden mit dem Produzentenduo Mikael Nord Andersson und Martin Hansen, die schon beim vierten Werk „Into“ (2001) die Regler bedienten, elf neue Songs für ihr sechstes Album „Hide From The Sun“ produziert.

Für erfolgreiche Bands gibt es zwei Möglichkeiten: entweder sich selbst kopieren und viele Platten verkaufen oder etwas Neues wagen und sich hörbar weiterentwickeln. The Rasmus haben hauptsächlich ersteres gewählt und lediglich die Gitarren ein wenig härter gestimmt. Mit Gothic-Rock hat das nichts zu tun, sondern es ist einfach melodiöser Gitarrenrock, der manchmal etwas austauschbar klingt. Aber sie schaffen es immer wieder, ein Riff oder einen Refrain zu erfinden, der im Ohr bleibt und chartstauglich ist. Die Stimme von Sänger Ylönen ist unverwechselbar und trägt einen gehörigen Anteil zum Erfolgskonzept der Skandinavier bei.

Der Opener „Shot“ legt munter los und ist typisch für The Rasmus. Ein eingängiges Gitarrenriff, ein simpler Refrain – und schon ist der Erfolg vorprogrammiert. Allein die Songs 4, 5 und 8 fallen aus dem Hitmuster, bzw. reichen an die Qualität der anderen Tracks nicht heran. „Lucifer's angel“ will böse und düster klingen, dabei geht einem das Refraingeschrei einfach nur auf den Keks. „Last generation“ gibt sich ganz hart, hat aber hat nur wenig Wiedererkennungswert zu bieten. „Sail away“ ist das schwächste Lied auf dem Album. Sehr ruhige Gitarren und es plätschert einfach dahin, wie Werbemusik für Bier. Nachher ertönen noch Geigen, schrecklich. Ein Highlight ist dagegen die Zusammenarbeit mit Apocalyptica in dem Song „Dead promises“, der mit Cello und den üblichen Zutaten ein Rasmusstück der gehobenen Klasse darstellt. Eins der wenigen ruhigen Stücke ist „Don't let go“, welches mit viel Gefühl von Sänger Lauri zelebriert wird, wobei die treibenden Gitarren natürlich wieder auftauchen und der Refrain ohrwurmverdächtig ist. Die Vorabsingle „No fear“ gab dem Hörer schon den Vorgeschmack auf diesen Longplayer und hat ebenfalls viel Hitpotenzial durch die schon erwähnten typischen Riffs.

Die Texte sind größtenteils sehr einfallslos, denn z.B. „I'm afraid to live, I' m afraid to die, I just wanna fly“ sind keine pulitzerpreisverdächtigen Reime. Es scheint so, als ob die Erfolgsgeschichte der vier Jungs noch weitergehen wird, doch sollten sie nicht glauben, dass das nächste Werk auch genauso klingen darf, denn das Musikbusiness ist kurzlebig und verzeiht keinen musikalischen Stillstand.

Anspieltipps:

  • No Fear
  • Immortal
  • Don't let go
  • Dead Promises
Neue Kritiken im Genre „Pop/Rock“
4/10

Our Country: Americana Act II
  • 2018    
7/10

Beside Bowie: The Mick Ronson Story
  • 2018    
6/10

New Room
  • 2018    
Diskutiere über „The Rasmus“
comments powered by Disqus