Soundtrack - Garden State - Cover
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Soundtrack Garden State


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 53 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach einem formidablen Einspielergebnis in den USA (27 Millionen Dollar bei gerade mal 2,5 Millionen Dollar Produktionskosten) und begeisterten amerikanischen Kinobesuchern, kommt die Independent-Tragikkomödie „Garden State“ am 26. Mai endlich in die deutschen Kinos. In der weiblichen Hauptrolle sehen wir die bezaubernde Natalie Portman (Star Wars, Léon der Profi, Heat) an der Seite von Zach Braf, der auch Regie führte und das Drehbuch schrieb.

Die Story dreht sich um den arbeitslosen Schauspieler Andrew Largeman (Zach Braf), der sich in Los Angeles als Aushilfskellner über Wasser hält. Gut scheint es ihm auch nicht zu gehen. Er hat einen Psychiater, der ihm viel zu starke Medikamente verordnet. Eines Tages erhält er die Nachricht, dass seine Mutter verstorben ist. Zu ihrem Begräbnis macht er sich auf den Weg zurück in sein Heimatstädtchen Garden State in New Jersey. Dort holt Andrew seine Vergangenheit ein. Er trifft seine alten Schulkameraden wieder, er lernt die faszinierende, ungewöhnliche Sam (Natalie Portman) kennen, die sich zwar als pathologische Lügnerin entpuppt, Andrew aber trotzdem nicht mehr aus dem Kopf geht. Und schließlich wagt er auch die Auseinandersetzung mit seinem Vater Gideon (Ian Holm), der gleichzeitig sein Psychiater ist und somit dessen Medikamentendosis festsetzt. Eine ungewöhnliche Story, die ungewöhnlich gut umgesetzt wurde.

Dazu zählt auch der Soundtrack, der sich als einer der herausragendsten Filmmusik-Sampler der letzten Zeit herausstellt. Die 13 Stücke passen nicht nur perfekt zum Film, sie sind auch so miteinander verwoben, dass einzelne Stimmungen von traurig bis nachdenklich, über fröhlich bis hin zum Verträumten auf CD hervorragend funktionieren. Hier hat sich der Soundtrack-Producer (na, wer wohl? Zach Braff!) wirklich Gedanken gemacht und nicht einfach eine sterile Compilation mit ein paar Major-Acts als Zugpferd zusammengekloppt. Er kombinierte durch die Bank bekanntes Songmaterial der letzten sieben Jahre (einzige Ausnahmen: Simon & Garfunkels „The only living boy in New York“ und Nick Drakes „One of these things first“ vom „Bryter Layter“-Album stammen aus dem Jahr 1970) von Songwritern, die für ihre einfühlsamen Kompositionen bekannt sind. Der bekannteste dürfte zurzeit Chris Martin sein, der mit seiner Band Coldplay den Opener „Don’t panic“ beisteuert.

Zach Braff gibt auf dem „Garden State“-Soundtrack einer Vielzahl sträflich unterbewerteter bzw. noch nicht so bekannten Künstlern wie The Shins aus Albuquerque, Zero 7, Frou Frou und den wunderbaren Remy Zero (mit dem Gänsehautsong „Fair“ vom ´98er-Album „Villa Elaine“) eine Chance. Zudem feiert die Schauspielerin Bonnie Somerville (O.C., California, Beverly Hills, 90210, NYPD Blue, Friends) mit „Winding road“ einen gelungenen Einstand als Sängerin. Das ergibt unterm Strich ein perfekt austariertes Gefühlskino in CD-Format.

Anspieltipps:

  • Remy Zero – „Fair”
  • Coldplay – „Don’t panic“
  • Cary Brothers – „Blues eyes”
  • The Shins – „Caring is creepy”
  • Iron And Wine – „Such great heights”
  • Colin Hay – „I just don’t think I’ll ever get over you”
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