Frameshift - An Absence Of Empathy - Cover
Große Ansicht

Frameshift An Absence Of Empathy


  • Label: Progrock Records/Just For Kicks Music
  • Laufzeit: 74 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Puh, schwere Kost! Die Prog-Rock-Kapelle Frameshift legt einen konzeptionellen Brocken für alle Freunde von Spock’s Beard und Co. vor. Dabei stammt das ursprüngliche Konzept des Albums von Plattenfirmenchef Shawn Gordon (Progrock Records). Dieser hatte vor vielen Jahren die Idee von einem Mann, der verschiedene Formen der körperlichen Gewalt erlebt – und zwar aus der Sicht von Täter und Opfer. Diesen Plan griff er nun wieder auf und entwickelte daraus mit dem deutschstämmigen Multiinstrumentalisten Hennig Pauly (Gitarre, Bass, Banjo, Piano, Wurlitzer, Synthesizer, Percussion) die Storyline für das zweite Frameshift-Album „An Absence Of Empathy“.

Als Co-Songwriter wurden Matt Cash (Chain, Crash Down) sowie Adam Evers und als Sänger keine Geringerer als Ex-„Skid Row“-Frontmann Sebastian Bach verpflichtet. Der ehemalige Skandalsänger der Hardrock-Formation Skid Row verdingt sich mittlerweile als Broadway-Star und hatte bisher Hauptrollen in „Jesus Christ Superstar“, „Jekyll and Hyde“ und der „Rocky Horror Picture Show“. Eigentlicher Kopf und Mastermind hinter Frameshift ist aber Hennig Pauly. Dieser zog im Alter von 21 Jahren von Deutschland nach Boston, Massachusettes. Das war 1997. Er studierte am Berklee College of Music, das er drei Jahre später mit Summa cum Laude verließ. Neben dem Frameshift Vorstand ist Pauly auch noch Bandchef von Chain, die bisher zwei Alben herausbrachten, und als Solokünstler unterwegs, als dieser er auch schon drei Werke auf den Markt brachte.

Nach „Unweaving The Rainbow“ (2004) ist „An Absence Of Empathy“ nun das zweite Album der Formation Frameshift. Dabei ließ es sich Hennig Pauly nicht nehmen, sämtliche Instrumente außer dem Schlagzeug, das von Eddie Marvin bedient wurde, allein einzuspielen. Dabei geht der arbeitswütige Bursche erstaunlich druckvoll zu Werke. Die befürchtete verkopfte Frickelorgie eines musikalischen Genies, das sich egoistisch bis zum Wahnsinn durch ein Dutzend Tracks „progt“, bleibt zum Glück aus. Zudem ist die Produktion für ein kleines Label wie Progrock Records erstaunlich klar und mit jeder Menge Dampf ausgestattet. Also durchaus gute Vorzeichen für ein gelungenes Prog-Rock-Werk.

Nach einem knackigen 3-Song-Auftakt mit gut 15-Minuten Hardrock, folgt mit „I killed you“ der erste Höhepunkt des Albums. Die neunminütige Halbballade entpuppt sich als hitverdächtige „Dream Theater“-Anlehnung mit groovigen Orgel-Sounds und feinen Melodiebögen. Leider geht Pauly danach etwas die Luft aus. Er verzettelt sich im Mittelteil mit beliebig wirkenden Stilelementen, die man so auf jeder Prog-Rock-Scheibe findet. Darunter fällt dann auch eine an sich ganz nette Pianoballade (inkl. bombastischem Gitarrensolo) wie „In an empty room“. Frei nach Klaus Lage: 1000 Mal gehört – und es hat nicht Zoom gemacht. Hennig Paulys wahre Berufung zeigt sich dagegen im Song „Blade“. Aufgebaut wie ein Soundtrack-Score, verbreitet der 9-Minüter die Dramatik einer John-Williams-Komposition. Eine Dramatik, die man bei „An Absence Of Empathy“ stellenweise vermisst.

Anspieltipps:

  • Blade
  • I killed you
  • Human grain
  • Miseducation
Neue Kritiken im Genre „Prog-Rock“
7.5/10

MTV Unplugged: Live At Roundhouse London
  • 2018    
7/10

Topographic Drama: Live Across America
  • 2017    
Diskutiere über „Frameshift“
comments powered by Disqus