Corvus Corax - Carmina Burana (Cantus Buranus) - Cover
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Corvus Corax Carmina Burana (Cantus Buranus)


  • Label: Roadrunner/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 56 Minuten
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10 1 9/10 Unsere Wertung Legende
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Es ist eines der ambitioniertesten Projekte in der Geschichte der deutschen Populärmusik: die Neuvertonung der „Carmina Burana“. Bei der „Carmina Burana“ („Lieder aus Benediktbeuren“) handelt es sich um eine mittelalterliche Liedersammlung mit über 250 Texten aus dem frühen 13. Jahrhundert. Am bekanntesten ist wohl die Fassung von Carl Orff aus dem Jahr 1937. Seit den 70er Jahren haben sich aber auch viele andere an Neuinterpretationen gewagt. Die Ost-Berliner Band Corvus Corax wagt nun abermals eine Vertonung und begibt sich damit auf eine musikalische Reise durch die Jahrhunderte. In 2½ Jahre dauernder Kleinarbeit, die immer wieder unterbrochen werden musste, damit die Band durch Tourneen etwas Geld verdient, wurde das Monumentalwerk eingespielt. Dabei gingen Corvus Corax ein erhebliches Risiko ein, weil das gesamte Vorhaben aus eigenen Mitteln finanziert werden musste.

Corvus Corax sind seit 15 Jahren im Musikgeschäft aktiv und haben ebenso viele CDs herausgebracht. Schon in der Vergangenheit beschäftigte sich die Band immer wieder mit einzelnen Stücken der „Carmina Burana“. Mit der kompletten Neuvertonung tritt das Ensemble nun in eine ganz neue Dimension ein. Zusammen mit dem Opernchor und dem philharmonischen Orchester des Staatstheaters Cottbus, dem Prager Vocal-Ensemble Psalteria, dem Chor Ivan Pl. Zajc und dem Generalmusikdirektor Jörg Iwer als Dirigent, spannen Corvus Corax einen gewaltigen Bogen vom Mittelalter in die Jetztzeit. Ausgangspunkt für das Projekt war Prinz Luitpold von Bayern, der die Band fragte, ob sie nicht eine Hymne für das Kaltenberger Ritterfest schreiben könnten. Daraus entstand die Idee einer kompletten Neuvertonung der „Carmina Burana“.

Im Gegensatz zu vielen anderen Mittelalter Musik machenden Gruppen, nerven Corvus Corax nicht mit verkrafter Instrumentierung und abgrundtief schlechter Produktion. Hier wurde geklotzt und nicht gekleckert! Wuchtig, düster und spannend bis zur letzten Minute, wird dem Hörer ein pompösen Feuerwerk aus mittelalterlicher Musik präsentiert. Die Kombination aus klassischem Orchester und gewaltigen Chören ist dabei selbst für das ungeschulte Ohr ein Schmaus. Selbst ein Instrument wie der Dudelsack, der auf Dauer ziemlich polarisierend wirken kann, um es vornehm auszudrücken, fällt nicht unangenehm auf. Das liegt daran, dass das Instrument in den verschiedensten Variationen zum Einsatz kommt und oftmals im selben Lied mit unterschiedlich gestimmten Dudelsäcken gearbeitet wurde. Das sorgt für Abwechslung und sehr interessante Klangfarben.

Die Neueinspielung der „Carmina Burana“ von Corvus Corax gilt ab sofort als neues Referenzwerk in Sachen Mittelalter Musik. Da werden Kollegen wie Subway To Sally ganz schön schlucken.

Anspieltipps:

  • Fortuna
  • Nummus
  • Florent Omnes
  • Hymnus Cantica
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