Danny Cohen - We´re All Gunna Die - Cover
Große Ansicht

Danny Cohen We´re All Gunna Die


  • Label: Anti Inc./SPV
  • Laufzeit: 58 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Danny Cohen ist ein Phantom des Musikbusiness, über das es kaum brauchbare Informationen gibt. Geschätzte 40 Jahre ist er jetzt schon aktiv, heißt es aus mehr oder weniger zuverlässigen Quellen. In einer Punkband (Charleston Grotto) soll er in den frühen 60er Jahren gespielt haben. Und er ist angeblich auf einigen Alben in den späten 60er, frühen 70er Jahren vertreten. Verbrieft sind dagegen seine beiden Veröffentlichungen für das Tzadik-Label, „Self Indulgent Music” (1998) und „Museum Of Dannys” (1999), die allerdings nur Archivmaterial enthalten.

Im letzten Jahr erschien mit „Dannyland“ sein erstes richtiges Studioalbum auf dem Anti-Label – dort, wo auch Tom Waits seine Heimat hat. Und genau mit jenem Waits lässt sich das Schaffen des Multi-Instrumentalisten (Vocals, Gitarre, Bass, Keyboards, Hammond Orgel, Omnichord) auch vergleichen. Auf „We’re All Gunna Die“ – seinem neuesten Output – hat Cohen alle Songs in Eigenregie geschrieben, arrangiert und produziert und zusammen mit Charles Mohnike (Drums), Greg Cohen (Bass), John LaPado (Lap Steel Guitar), Dave Hurst (Akkordeon, Orgel, Mellotron), Ralph Carney (Piano, Percussion), Mike Howe (Bass) und Jimmy Borsdorf (Violine) eingespielt.

In Sachen Verschrobenheit und extrem schräger Instrumentierung, bei der auch schon mal mit dem Gemecker eines Schafs („Among the cows“) gearbeitet oder wie ein getretener Hund geheult wird („Coffee is evil“), kann es Danny Cohen locker mit Tom Waits aufnehmen. Eine weitere Parallele ist die stimmliche Verwandtschaft zum Labelkollegen. Vom Jaulen einer Katze („Pamela Rodgers“), über Gurgeln mit rostigen Nägeln („World of holograms“, „Coffee is evil“), bis hin zum aggressiven Knödeln („Caffeine & sunlight“) und dylaneskem Genuschel („Cousin guy“), deckt Cohen die gesamte Waits-Palette ab.

Verpackt wird diese gewöhnungsbedürftige Stimmkunst in relativ gradlinige Foksongs („As I looked down“), etwas wackelige Countrysongs („Film noir“), rumpelnde Polkas („Tongue-tied in quicksand“), bittersüße Balladen („World of holograms“) und spirituelle Totenbeschwörungen („Funeral in New Orleans“). Für Tom-Waits-Fans auf jeden Fall eine sehr spannende Sache. Vielleicht kann sich Danny Cohen mit diesem Album tatsächlich vom Dasein als Phantom lösen.

Anspieltipps:

  • Cousin guy
  • Coffee is evil
  • We're all gunna die
  • World of holograms
Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
Diskutiere über „Danny Cohen“
comments powered by Disqus