Planlos - Klartext - Cover
Große Ansicht

Planlos Klartext


  • Label: Goldene Zeiten/EDEL
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Lasst uns „Klartext“ reden: Ist es nur Einbildung oder werden die Alben der Toten Hosen von Mal zu Mal softer? Hui, ein heikles Thema... Doch wer tatsächlich der Meinung sein sollte, dass die Düsseldorfer ihren Biss zugunsten von Hitparadenplatzierungen verloren haben, dem kann vielleicht mit „Planlos“ geholfen werden. Bei dieser Combo hat wieder mal Ex-Hosen-Drummer Wolfgang „Wölli“ Rohde seine Finger im Spiel, der die Jungs auf sein Label Goldene Zeiten holte, das inzwischen über EDEL vertrieben wird.

Nach unendlich vielen Gigs in Deutschland, Schweiz, Österreich und Belgien und Supports u.a. für Donots, Bates, Such A Surge, Tankard und 4LYN, legen die kürzlich umformierten Punkrocker in der Besetzung Pino (Gitarre, Vocals), Christian (Schlagzeug), Max (neu an der Gitarre) und Doktor (neu am Bass) nach „Spiel des Lebens“ (1998), „Verraten & Verkauft“ (2000) und „Champagner & Zigarrenqualm“ (2002) ihr viertes Album „Klartext“ vor. Eingespielt wurde es in den Kölner Mini Rock Studios von Produzent Uwe Sabirowsky. Darauf befinden sich 13 Stücke, die genau da hinwollen, wo die Toten Hosen in Deutschland schon längst angekommen sind: an die Spitze des konsensfähigen Punkrock.

Musikalisch wird nicht an der für Punkrock erforderlich Härte gespart. Inhaltlich setzt sich die Band dabei nicht nur mit den eigenen Befindlichkeiten auseinander, sie analysiert auch die Lage der Nation, freilich ohne in besondere lyrische Tiefen vorzudringen. Doch das ist auch gar nicht nötig. An erster Stelle steht die Musik – und die muss Rocken! Zudem klingt Sänger Pino wie ein Abbild von Campino (DTH). Mit dieser Kombination schaffen es die Jungs von Planlos mit Songs wie „Demokratie“, „Supergau“, „Egoist“, Sorgenkind“, „Blender“, „Schwerelos“ oder „Bastard“ mühelos, das verwöhnte deutsche Punk-Völkchen auf ihre Seite zu ziehen.

Die 12monatige Songwritingphase hat sich wirklich ausgezahlt. Mit Liedern zum Abfeiern („Goldene Zeiten“) und Mitgrölen („1000 Scherben“), sowie Songs mit Rap-Einlagen („Sorgenkind“), Samba-Zitaten, Reggae- („Demokratie“) und Ska-Einflüssen („Es geht mir gut“, „Verraten & verkauft“) wird „Klartext“ zum einem rundum gelungen Punkrockalbum, das sich vor allem die Fans dieser bekannten Kapelle aus Düsseldorf einmal anhören sollten. Wie hieß sie noch gleich...?

Anspieltipps:

  • Egoist
  • Supergau
  • Sorgenkind
  • 1000 Scherben
  • Goldene Zeiten
Neue Kritiken im Genre „Punkrock“
6/10

Trouble Maker
  • 2017    
Diskutiere über „Planlos“
comments powered by Disqus