Figurines - Skeleton - Cover
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Figurines Skeleton


  • Label: Pias/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Zum Glück trägt diese Band kein „The” im Namen, sonst wäre sie aufgrund ihres melodietrunkenen Indie-Gitarren-Pop-Sounds sofort abgestempelt worden und in einer Schublade mit The Strokes, The Libertines, The Killers, The Music, The Raveonettes, The White Stripes und wer weiß wen noch alles gelandet. Dass einigen Magazinen bei der Rezension des Debütalbum „Shake A Mountain“ (2003, Deutschland: 2004) dennoch der Lapsus unterlaufen ist, die Figurines mit einem „The“ auszustatten, entbehrt nicht einer gewissen Komik.

Die Figurines stammen aus Aalborg in Dänemark. Schon mit ihrem Debüt „Shake A Mountain“ konnten sich Christian Hjelm (Vocals, Gitarre), Claus S. Johansen (Gitarre, Vocals), Andreas Toft (Bass) und Kristian Volden (Drums) in ihrer Heimat etablieren und den zweiten Platz der Jahrescharts 2003 einfahren. In Deutschland wurde das Album erst im Mai 2004 auf den Markt gebracht. Auch hier bekam es sehr gute Presse, was der Band Auftritte als Support von Moneybrother, Last Days Of April und zuletzt Madsen einbrachte. Ihr zweites Album „Skeleton“ haben die Figurines zusammen mit Mr. Q. (Drummer der Tiger Tunes) in den Tambourine Studios in Malmö, Schweden (The Cardigans, The Ark, Idlewide) aufgenommen. Es kommt mit 14 frischen Tracks daher, die jedem Gitarren-Popfan Freude machen dürften.

Dabei lockt der zerbrechliche Opener „Race you“ den Hörer erst mal auf eine völlig falsche Fährte. Doch nachdem Sänger Christian Hjelm sich im Stile eines Ron Sexsmith oder Will Oldham ausgeheult hat, geht es mit „The wonder“ und „All night“ im lärmend-rauen Indie-Rock-Tempo weiter. Für „I remember“ setzen die Dänen gar ihre imaginären Cowboyhüte auf und verleihen dem Song einen ordentlichen Countrytouch. Doch ganz egal, welche Einflüsse die Dänen verarbeiten, sie beweisen bei jedem einzelnen Song ein sicheres Händchen für eingängige Melodien („Silver ponds“, „Ambush“, „Rivalry“, „Release me on the floor“) und locker flockige Gitarrenriffs („The wonder“, „I Remember“, „Other plans“). Das macht Laune und ist fast durchweg tanzbar und bestens zum Pogo geeignet.

„Skeleton“ ist eine echte Überraschung und stellt sich als besondere Alternative zu so mancher Rockband von der britischen Insel heraus. Wo z.B. Oasis krampfhaft ihre eigene Identität zurückerkämpfen wollen und sich doch beim dreisten Riffklau erwischen lassen müssen, zaubern die vier Dänen einen eigenständigen Gitarren-Pop-Rohdiamanten aus dem Hut, der sich nur schwer aus dem CD-Player vertreiben lässt.

Anspieltipps:

  • Ambush
  • Other plans
  • The wonder
  • Release me on the floor
  • Wrong way all the way
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