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Fingerspitzengefühl Fingerspitzengefühl


  • Label: Soulfood/SonyBMG
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Newcomerband zu breaken ist ein hartes Stück Arbeit – und das nicht nur für die Musiker selbst. Allein das „Wie-sage-ich-der-Presse-auf-geschickte-Art-und-Weise-dass-mit-Band-XY-das-nächste-große-Ding-vor-der-Tür-steht?“ ist eine Kunst für sich. Nicht selten übertreiben die sogenannten Waschzettel, die Plattenfirmen bzw. Agenturen den bemusterten CDs beilegen, mit hanebüchenen Stilblüten und irrwitzigen Vergleichen. Bei der Stockholmer Rockband mit dem eigenartigen Namen Fingerspitzengefühl ist dies nicht anders.

Die vor fünf Jahren von Mikael van Tuominen (Gitarre), Anders Bartonek (Drums), Tomas Bergstrand (Gitarre) und Jesper Skarin (Vocals, Bass) gegründete Gruppe wird klanglich zwischen Hardcore, Punk und Alternative Rock angesiedelt, was im Info dann den Sound von Motörhead, die präzisen Riffs von AC/DC, den Groove von Helmet und die Bühnenpräsenz von Fugazi ergibt. Da kann man nur sagen: Gut gebrüllt, Löwe! Denn so richtig toll ist das nicht, was die vier Schweden im Alter von 27 bis 31 Jahren auf ihrem Debütalbum fabrizieren.

Dabei sind einige der Vergleiche mit den berühmten Kollegen durchaus angebracht, da Fingerspitzengefühl es in der Tat verstehen, ein volles Pfund an Heavy Riffs herauszuhauen. Man höre nur „The smell of stress and death“, das ein paar vereinzelte Black-Metal-Grawls aufbietet, „My gracious career“, das ansatzweise psychedelische Elemente verarbeitet, „Pick it up“, das eine punkige Motörhead-Variante abgibt oder „A brother’s pork“, einen groovigen Stoner-Rock-Song, der irgendwo zwischen AC/DC und Audioslave changiert.

Für ernstgemeinte Jubelstürme reicht das Songmaterial allerdings (noch) nicht aus. Das liegt besonders daran, dass sich die Schweden mit zunehmender Spieldauer eines Songs in uninspirierte Riffgewitter verfransen, die keine Ansätze zeigen, warum ausgerechnet Fingerspitzengefühl den entscheidenden Unterschied zu den geschätzten 200 anderen skandinavischen Rockbands ausmachen sollen.

Anspieltipps:

  • Libra
  • You’re right
  • The final scene
  • A brother’s pork
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