Soundtrack - Fateless - Cover
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Soundtrack Fateless


  • Label: EMI Hungary
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Am 2. Juni 2005 startet in den deutschen Kinos die ungarisch-deutsch-englische Koproduktion „Fateless (Sorstalanság)“ nach dem „Roman eines Schicksalslosen“ von Imre Kertész. Der teuerste Ungarische Film aller Zeiten (12 Mio. Dollar Produktionskosten) vereint mit Regisseur Lajos Koltai, der als Kameramann bereits zweimal für den Oscar nominiert war, dem Nobelpreisgekrönten Schriftsteller Imre Kertéz („Fiasko“, „Galeerentagebuch“) und zu guter Letzt mit dem Ausnahmekomponisten Ennio Morricone („The Good, The Bad And The Ugly”, „Once Upon A Time In The West”, „The Untouchables”, „A Fistful Of Dollars”, „In The Line Of Fire“) drei Ausnahmekönner ihres Fachs.

Der Film erzählt die Geschichte des 14jährigen Juden Gyurka Köves („György“), der aus seiner Heimatstadt Budapest in die Konzentrationslager von Auschwitz, Birkenau und Buchenwald verschleppt wurde. Er beobachtet und erlebt Leid, Demütigung, Solidarität, Angst und Gleichgültigkeit. Der Junge überlebt. Die Lager werden befreit, der Krieg geht zu Ende. György kehrt zurück ins zerstörte Budapest. Vertraute Türen werden von Fremden geöffnet und schnell geschlossen. Er kommt als Überlebender und als Fremder in seine Heimatstadt zurück.

Mit seiner Musik folgt Ennio Morricone jeder Szene des Films, unterstützt durch Lisa Gerrard, Sängerin der Band „Dead Can Dance“ und dem Flötenspieler Ulrich Herkenhof, der sein Talent bereits in der Mammut-Produktion „Der Herr der Ringe“ unter Beweis gestellt. Die Filmmusik basiert auf drei musikalischen Grundmotiven, die alle relativ einfach gestrickt sind und ähnlich wie John Williams Soundtrack zu „Schindlers Liste“ nur einem Zweck dienen sollen: unter die Haut zu gehen. Dazu Ennio Morricone: „Dem Titelthema liegt eine fast naive, friedliche und kindliche Stimmung zugrunde. Das war mir sehr wichtig, weil ich Empathie für die emotionale Welt der Hauptfigur des Jungen schaffen wollte, der im Verlauf des Films wirklich eine Zeit extremer Erfahrungen durchmacht. So schließt sich als zweites Thema das an, was wir „Einsamkeit“ genannt haben, und das dritte Thema ist mit „Leiden“ umschrieben und schafft Nachvollziehbarkeit für die tragischsten Stellen des Films.

Mit dieser gewagten Emotionsmanipulation im Breitwandsound begibt sich Morricone natürlich auf dünnes Eis. Geschickt versteht er es, Gemütsbewegungen zu erzeugen, indem er beispielsweise eine Kirchenorgel einsetzt („Return to life“), begleitet vom druckvollen Klang des ungarischen Radioorchesters und Chores, unter der Leitung von Kálmán Strausz. Unterm Strich ist dies nur konsequent. Wenn das ungarische Kino sich an Hollywood-Maßstäbe herantraut und auf eine ausdrucksstarke Bildsprache setzt, darf ein Soundtrack natürlich nicht hintenanstehen. Für alle wird dies sicher nicht befriedigend sein.

Anspieltipps:

  • A song
  • Fateless
  • Home again
  • About solitude II
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