Green Day - Bullet In A Bible: Live - Cover
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Green Day Bullet In A Bible: Live


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 65 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wo gehobelt wird, da fallen Späne, wie auch bei der Umsetzung von Live auf Platte.

Den drei Herren ist 2004 wohl das Comeback des Jahres gelungen. Zehn Jahre nach dem Megaerfolg ihres Majordebüts „Dookie“ mit elf Millionen verkauften Alben sind sie nun nach einer etwas längeren Durststrecke nach dem „Greatest Hits“-Album „International Superhits“ und der Raritäten- und B-Seitensammlung „Shenanigans“ mit dem politischen „American Idiot“ wieder dort angelangt. Die Verkaufszahlen des letztjährigen Megasellers und der Ansturm auf die darauffolgende Tournee waren immens. Mit einer derartigen Resonanz hatten Billie Joe Armstrong (Gesang, Gitarre), Mike „Dirnt“ Pritchard (Bass) und Frank „Tré Cool“ Wright (Schlagzeug) wohl selber nicht gerechnet. Umso energischer ging es bei den Auftritten rund um den Globus zu, wenn das Trio die Bühne betrat. „Green Day“-Schreichöre, Jubel und Ausgelassenheit sind die Stichwörter die das Szenario wohl am besten beschreiben. Und auch die Band selbst ließ es sich nicht nehmen gehörig mitzufeiern.

Wer ein solches Megaevent verpasst und auch keine Freunde hat die wenigstens darüber berichten könnten, darf jetzt aufatmen, denn mit „Bullet In A Bible“ wurde einer der größten Auftritte der Drei in Bild und Ton festgehalten und nun der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Package enthält sowohl eine CD als auch eine DVD um den Fans offen zu lassen, welche Variante ihnen lieber ist um dem Konzert im National Bowl in Milton Keynes beizuwohnen. Zusätzlich ist auf der DVD ein kleines Interview mit Billie Joe und einiges Fotomaterial enthalten. Die Setlist, die gespielt wurde, besteht zur Hälfte aus Songs des aktuellen Albums, gefolgt von „Nimrod“ mit drei, „Dookie“ mit zwei und „Insomniac“ und „Warning“ steuern jeweils einen Track bei. Dadurch ist zwar „Longview“ und „Basket Case“ vom 1994er Output enthalten, aber der Partyknaller „When I come around“ fehlt. Anscheinend wollten sich die Jungs von der sinnfreien Punkseite distanzieren und größtenteils gehaltvolle Stücke zum Besten geben.

Dass „Brain stew“ oder „Warning“ mit von der Partie sind liegt bei letzterem wohl am politischen Statement, dass gut zum Gesamtkonzept passt und der einzige Song von „Insomniac“ konnte sich wohl wegen dem Erscheinen auf dem Godzilla-Soundtrack qualifizieren. Zur Darbietung braucht man nicht viel sagen, Green Day haben verdienterweise den Preis „Best Live Band“ der Musikzeitschrift Kerrang! eingeheimst. Die Ankündigungen für diverse Songs beinhalten nicht selten einen Aufruf gegen Politiker wie z.B. für „Holiday“, den Billie Joe folgendermaßen einleitet: „This next song is a big fuck you to all the politicians“. Wer damit wohl im speziellen gemeint ist?

Doch wo gehobelt wird, da fallen Späne, wie auch bei der Umsetzung von Live auf Platte. Ein Problem an „Bullet In A Bible“, wenn man sich allein die CD zu Gemüte führt, ist das ständige lauthals brüllende Ansprechen der kreischenden Fans, in diesem Falle „ENGLAND!“, dass mitunter ganz schön zu nervösem Zucken führt, aber in der Fassung mit Bild nicht sonderlich stark auffällt, da man immer wieder über die gewaltigen Menschenmassen staunen kann, die zum Gig gekommen sind. Hiermit offenbart sich auch der zweite gewöhnungsbedürftige Aspekt dieses sonst einwandfreien Livemitschnitts: Es sind einfach zu viele Menschen! Natürlich wurde der Ton darauf abgestimmt, aber manchmal verschwindet Billie Joes Stimme inmitten der hunderttausend anderen. Manchmal ist es wohl doch besser ein bisschen weniger Anhänger zu haben.

Anspieltipps:

  • Minority
  • Basket Case
  • American Idiot
  • Jesus Of Suburbia
  • Wake Me Up When September Ends
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