Hess Is More - Tip Top Dynamo - Cover
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Hess Is More Tip Top Dynamo


  • Label: Music For Dreams/Nova Media
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt wieder mal Neues von der dänischen Elektro-Fraktion: „Hess is more“ lautet der Projektname des studierten Schlagzeugers und Producers Mikkel Hess, der nun mit „Tip Top Dynamo“ ein Album herausgebracht hat, das auf souveräne Art und Weise handgemachte mit Synthesizer-generierten Sounds vereinbart. Dabei ist es gerade bei dieser Art von Musik eigentlich egal, ob ein Rhythmus jetzt auf dem gesampelten Gegeneinanderschlagen von zwei Bratpfannen oder einfach durch ein paar Mausklicks entstanden ist - Hauptsache der Sound ist gut. Und das ist er auf „Tip Top Dynamo“ fast durch gehend.

Sieben der insgesamt elf Songs hatte Hess ursprünglich bereits für das Theaterstück „Wind In The Willows“, das am „Königlichen Dänischen Theater“ uraufgeführt wurde, geschrieben und sie dann während des Aufführung live auf der Bühne performed. Überarbeitet und ergänzt durch vier neue Songs, kommt nun „Tip Top Dynamo“ weltweit in den Handel. Zu den neuen Tracks des Albums gehört beispielsweise „Walksong“, das als erste Singleauskopplung kürzlich gar von Rob Da Bank in dessen BBC-Radiosendung vorgestellt wurde. „Walksong“ ist ein Duett mit der brasilianischen Sängerin Eduarda Fadini, das von den verwendeten Soundeffekten und der unterkühlt-relaxten Stimmung her perfekt auf Royksopps „Melodie A.M.“ passen würde. Doch statt in kühlen skandinavischen Gefilden hat Hess den Song in Rio de Janeiro aufgenommen, wo er auch Bekanntschaft mit Soulsänger Dean Bowman machte, der ebenfalls als Guest zu hören ist - auf „In The Fridge“, einem großartig schlurfenden Elektro-Blues.

Dass Mikkel Hess, der als Schlagzeuger mit Musikern wie dem amerikanischen Jazz-Saxophonisten Chris Potter zusammenarbeitet, neben seinem Händchen für Grooves auch eines für schöne Melodien und witzige Instrumentation hat, machen Songs wie das Titelstück deutlich, in dem Glockenspiel und Akkordeon auf allerlei Elektro-Gefrickel treffen. „Bruseren“ wartet mit einem Sitar-Zwischenspiel auf, „Biarritz“ mit Banjo und in „Gug Gug Bach“ spielt ein Klavier im Hintergrund Bachsche Akkordfolgen, während eine fette Basslinie donnert.

Mikkel Hess kennt die Platten wie Matthew Herberts „Bodily Functions“ oder Björks „Medulla“ offensichtlich genau, übernimmt die zum Teil die Arbeitsweise der beiden Künstler, schafft es dabei doch, seinen eigenen Stil zu entwickeln. Und den macht vor allem aus, dass elektronische Effekte so gezielt eingesetzt werden, dass den Songs eine gewisse Echtheit nicht abhanden geht. Negativ heraus sticht in dieser Hinsicht nur ein einziger Titel: „I Love My Life“ - warum hier ausgerechnet eine nervtötende Donald Duck-ähnliche Computerstimme die Melodie singen muss, ist ein bisschen unverständlich. Ansonsten jedoch eine starke Leistung des Dänen. More from Hess!

Anspieltipps:

  • Biarritz
  • Walksong
  • In The Fridge
  • Tip Top Dynamo
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