Institute - Distort Yourself - Cover
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Institute Distort Yourself


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 56 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Tatsächlich klingt „Distort Yourself“, als wäre die Zeit vor ca. zehn Jahren stehen geblieben.

Die englische Gruppe Bush zählte in der Blütezeit des Alternative Rock mit über 16 Millionen verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Kapellen ihrer Gattung. Selbst in den USA erreichten die Mannen um Mastermind Gavin Rossdale höchste Chartpositionen, was für Bands von der Insel traditionell äußerst selten ist. Grundlage für den Erfolg der Alben „Sixteen Stone“ (1994), „Razorblade Suitcase“ (1996) und „The Science Of Things“ (1999) war die auf ein Massenpublikum zugeschnittene Konsensmusik aus der Feder Gavin Rossales, die erst auf dem experimentellen Werk „Golden State“ (2001) nicht mehr recht zündete.

Die Platte geriet zum kommerziellen Super-GAU und Bush trennten sich kurz darauf. Seitdem hat man von Gavin Rossdale nicht mehr viel gehört. Er heiratete No-Doubt-Kollegin Gwen Stefani, spielte kleine Nebenrollen in den Filmen „Constantine“ und „The Game Of Their Lives“, agierte zusammen mit der Blue Man Group und steuerte mit „Adrenalin“ einen Song zum „XxX - Triple X“-Soundtrack bei.

Jetzt meldet sich Rossdale mit seiner neuen Band Institute und altbewährtem Sound zurück. Dafür holte er sich junge, hungrige Musiker ins Studio, mit denen er das Album „Distort Yourself“ einspielte. Produziert wurde es von Helmet-Chef Page Hamilton, wobei der kanadische Soundtüftler Daniel Lanois ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite stand. An der Gitarre steht Helmet-Gitarrist Chris Traynor, den Bass bedient Cache Tolman (Rival Schools) und Charlie Walker (Chamberlain) sitzt an den Drums. Mit dieser schlagkräftigen Truppe greift Gavin Rossdale ab Mitte September wieder in das Geschehen ein, um an alte Erfolge anzuknüpfen.

Tatsächlich klingt „Distort Yourself“, als wäre die Zeit vor ca. zehn Jahren stehen geblieben. Gavin Rossdale kombiniert noch immer dieselben, klar strukturierten Grunge-Riffs mit eingängigen Melodien, zu denen man Fußballstadien in Wallung bringen kann. Neuartige Einflüsse sucht bei den 13 Songs daher vergeblich. Vielmehr erkennt man die Handschrift von Producer Page Hamilton und Gitarrist Chris Traynor, die das Riffing teilweise in Richtung des Helmet-Oeuvres treiben. Leider wirkt das rossdalesche Baukastensystem aus messerscharfen Riss und hymnischen Refrains auf Dauer nicht annähernd so ansteckend wie auf dem Bush-Debüt „Sixteen Stone“ aus dem Jahr 1994. Dazu haben die meisten Songs einfach nicht die Klasse von „Everything zen“, „Comedown“, „Machinehead“ oder „Glycerine“.

Somit muss der Hörer zwischen echten Langweilern wie „Come on over“ und „Secret and lies“ schon sehr lange und genau suchen, bis er Perlen von der Qualität eines „Sixteen Stone“- oder „Razorblade Suitcase“-Albums findet. Das atmosphärische, von Daniel Lanois beeinflusste „Ambulances“ zählt mit Sicherheit dazu. Mit Abstrichen auch die alternativen Hardrocker „Bullet-Proof-Skin“ und „Come on over“. Doch mehr als „ganz nett“ wird das Gesamtergebnis deshalb auch nicht. Unter einem gelungenen Comeback darf sich der Fan nämlich etwas anderes vorstellen.

Anspieltipps:

  • Wasteland
  • Boom box
  • Ambulances
  • Bullet-Proof-Skin
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