The Offspring - Greatest Hits - Cover
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The Offspring Greatest Hits


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine ziemlich laue „Greatest Hits“-CD, die mit nur einem neuen Stück kein Schwein hinterm Ofen hervor holt.

Irgendwann dürfte wohl auch dem Letzten das Verständnis für das Wehklagen der großen Plattenfirmen fehlen. Denn wenn es so weiter geht wie jetzt, ist irgendwann der Ofen aus. So schmeißt z.B. Sony Music ein „Greatest Hits“-Album in drei unterschiedlichen Versionen von The Offspring mitten ins Sommerloch, obwohl die Punkrocker bereits im Herbst ihr neues Studioalbum veröffentlichen wollen (sollen?). Der durchaus geneigte Käufer darf sich nun aussuchen, auf welchen Output er besser verzichten kann. Sich beide zu leisten ist nämlich für die meisten finanziell nicht drin. Auch nicht mit einem halben Jahr Abstand.

Mit solchen Aktionen machen sich die Firmen das Leben selber schwer, denn obwohl die illegalen Musik-Downloads stark rückläufig sind, haben sich die Verkaufszahlen (noch) nicht erholt. Das liegt mit Sicherheit an viel zu hohen CD-Preisen (wie ein Vergleich West-Europa/USA ganz deutlich zeigt), aber in erster Linie an der beschriebenen, irrwitzigen Veröffentlichungspolitik, die uns von The Offspring im Juni/Juli eine „Complete Music Video Collection“ (DVD), eine einfache „Greatest Hits“-CD sowie eine limitierte „Greatest Hits“-CD mit Alibi-DVD bringt.

Seit dem Punkrock-Revival, das der Grunge-Welle direkt folgte, sind The Offspring aus Orange County ein echter Goldesel. Die Highschool-Freunde Dexter Holland (Vocals, Gitarre), Greg Kriesel (Bass), Noodles (Gitarre) und Ron Welty (Drums) verkauften mehr als 32 Millionen Platten. Je zwei Singles und Alben erreichten in Deutschland die Top 5 der Media Control Charts, wobei die Alben „Smash“ und „Americana“ weltweit jeweils die 10-Millionen-Einheiten-Marke knackten. Da macht solche eine Compilation – allerdings unter anderen Rahmenbedingungen – durchaus Sinn.

Als kleinen Appetitanreger enthält die Kopplung mit „Can’t repeat“ einen nagelneuen Track und als Bonus den sogenannten „Wiseguys Remix“ von „The kids arent’t alright“. Zudem gilt es zu beachten, dass sich die Herkunft der 13 übrigen Tracks auf die Alben „Smash“ (1994), „Ixnay On The Hombre“ (1997), „Americana“ (1998), „Conspiracy Of One“ (2000) und „Splinter“ (2003) beschränkt, da die ersten beiden Alben „The Offspring“ (1989) und „Ignition“ (1992) keine Single-Hits enthielten.

„Can’t repeat“ ist ein klassischer Offspring-Track: melodiös, eingängig und locker flockig arrangiert, so wie wir es in den letzten Jahren von den Kaliforniern gewohnt waren. Der raue Charme der frühen 90er Jahre spiegelt sich dagegen in den „Smash“-Stücken „Come out and play“, „Self esteem“ und „Gotta get away“ wider. Dazu kommen ein paar Albernheiten vom Schlage „Pretty fly (for a white guy)“, „Why don’t you get a job?“ und „Original prankster“ und fertig ist eine ziemlich laue „Greatest Hits“-CD, die mit nur einem neuen Stück kein Schwein hinterm Ofen hervor holt. Dabei wäre in Anbetracht von nur 55 Minuten Spielzeit genügend Platz für Bonusmaterial gewesen. Da die DVD der limitierten Auflage diesen Mangel auch nicht ausgleichen kann, ist diese Hit-Sammlung eine zweischneidige Angelegenheit. Fazit: verzichtbar!

Anspieltipps:

  • Defy you
  • Self esteem
  • Gone away
  • Why don’t you get a job?
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