Big Bud - Late Night Blues - Cover
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Big Bud Late Night Blues


  • Label: Good Looking/ZYX Music
  • Laufzeit: 122 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Als „Musik, die Du in einem Traum hörst - Klänge, die sich um Deinen Kopf herum drehen, in Dich hinein und wieder hinausfließen“, hat Robin O’Reilly seinen Drum&Bass-Stil einmal umschrieben. Eines seiner Alben, das lange Zeit vergriffen war, ist jetzt von ZYX Music wieder veröffentlicht worden: „Late Night Blues“ besteht eigentlich aus zwei gänzlich verschiedenen Alben, die von O’Reilly aka Big Bud als Doppel-CD veröffentlicht worden sind. Eines haben die beiden Werke jedoch gemeinsam: Sie kommen wunderbar relaxed rüber und stecken dabei voller Energie.

Auf Disc 1 hat sich Big Bud dem Downbeat verschrieben. Weldon Irvine an Vocals und Fender Rhodes macht auf „Return of Spiritman“ zu schlurfenden Beats den Auftakt. Einen Gang zu, legt Big Bud mit „On The Six“, einem Nu-Jazz-Track mit Saxophon-Solo über flottem Up-Tempo-Rhythmus. Insgesamt pendelt der Sound der acht Tracks zwischen Ambient, Chill-Out-House, Nu Jazz und Breakbeat, immer wieder angereichert durch weltmusikalische Einflüsse wie afrikanische Flöten in „Mombassa“. Eine souveräne, wenngleich nicht bahnbrechende Scheibe.

Was „Late Night Blues“ jedoch zu einem zu einem wirklichen Kauftipp macht, ist die zweite CD: Hier zeigt Big Bud, warum LTJ Bukem - Godfather der modernen Drum’n’Bass-Szene - ihn in den Neunzigern unbedingt in den Kreis der Künstler seines Label „good looking“ aufnehmen wollte: sphärisch-spacige Klänge, frickelige Breakbeats und brummende Bass-Loops entwickeln in Tracks wie „Bluegrass“ und „Hypnosis“ eine geradezu kosmische Atmosphäre. Tanzbar ist das Ganze ohnehin und entbehrt dennoch nicht der Big Bud-typischen Melancholie. Das von mächtigen Dub-Bässen dominierte „Spacedub“ und die angejazzten Tracks „State Of Mind“ und „Pure“ sind weitere Highlights der zweiten CD.

„Late Night Blues“ hat – abgesehen vom aufgezeichneten Applaus einer Jazzbar, die auf CD 1 nervigerweise immer wieder eingespielt wird – mit Blues eigentlich nichts am Hut. Stattdessen ist es eines der seltenen Alben mit guter progressiver Club-Musik, die auch im heimischen Player gut rüberkommen. Mehr vom „großen Kumpel“!

Anspieltipps:

  • On The Six
  • Bluegrass
  • Hypnosis
  • Spacedub
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