Diverse - SZ Diskothek: 1968 - Cover
Große Ansicht

Diverse SZ Diskothek: 1968


  • Label: Ministry Of Sound
  • Laufzeit: 64 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Der zweite Teil der SZ-Diskothek befasst sich mit dem Popjahr 1968. Ein Jahr, in dem mehr als nur ein Hauch von Revolution in der Luft lag. Während die Studenten in Dutzenden von Ländern auf die Strasse gingen, sangen die Rolling Stones vom „Street fighting man“ und die Beatles von eben jener „Revolution“. Martin Luther King wurde ermordet, worauf in amerikanischen Städten die Ghettos brannten. Die Amerikaner tobten in Vietnam und Korea. Auf Rudi Dutschke wurde ein Attentat verübt und die Springer-Presse zum Ziel der Proteste. Russische Panzer beenden den Prager Fühling.

Soundtrack dieser aufregenden Phase war der Rock ’N Roll, der mit harten Beats und Gitarrenriffs die Jugend mobilisierte. Schnell kristallisierten sich Künstler mit direkten politischen Ansätzen heraus. Frank Zappa, Country Joe McDonald, Bob Dylan und MC 5 waren die Namen der Stunde. Der Manager der Detroiter Punkrocker formulierte dann auch den prägnanten Wahlspruch „Rock ’N Roll, Hasch und Ficken auf der Straße“, mit dem klaren Ziel, das Establishment anzugreifen. Doch Sexuelle Befreiung, Drogen und Spaß waren mindestens so wichtig wie politische Botschaften. „Flower Power“ hieß das Stichwort.

In Deutschland fand politische Pop- und Rockmusik – wie sollte es auch anders sein? – um einiges verkrampfter statt. Franz Josef Degenhardt, Hannes Wader und Dieter Süverkrüp hießen die Barden, die sich als linke Identifikationsfiguren zu erkennen gaben. Daneben kamen drogenbeeinflusste Experimentalgruppen wie Amon Düül und Tangerine Dream auf, die vollkommen abseits von den politischen Geschehnissen ihre Lücke fanden. Die Beatles meditierten derweil in Indien und lieferten im November des Jahres ihr bislang unzugänglichstes „White Album“ ab.

Die SZ-Diskothek 1968 fängt dieses Geschehen mit einem Interview mit Frank Zappa aus der deutschen Zeitschrift „Konkret“ (November `68) und 20 ausgesuchten Songs treffend ein. Die Hippie-Band The Byrds zelebriert mit „Wasn’t born to follow“ ihre Art der psychedelischen Folkmusik. Der irische Songwriter auf Jazzbasis, Van Morrison, erklärt „The way young lovers do“, Bob Dylans Begleitmusiker spielen als The Band „This wheel’s on fire“, Fleetwood Mac spielen die durch Santana noch bekannter gewordene Nummer „Black magic woman“ auf so unglaubliche Art, dass man sich heute gar nicht mehr erklären kann, wie diese Gruppe später zu einer fröhlich-poppigen Stadionband mutieren konnte. Die Songwriter-Legende Randy Newman gibt sein Debüt („I think it’s going to rain today“) und Johnny Cash performt vor 2000 Schwerverbrechern den „Folsom prison blues“. Die Pfarrerstochter Aretha Franklin gelingt der große Durchbruch („I say a little prayer“) und der junge James Brown begeistert mit „Cold sweat“ in einer Live-Version, die unterstreicht, dass er der King of Groove ist.

Anspieltipps:

  • Blue Cheer – Second time around
  • Johnny Cash - Folsom prison blues
  • Fleetwood Mac – Black magic woman
  • Aretha Franklin – I say a little prayer
  • Tammy Wynette – Stand by your man
  • Dusty Springfield – Son of a preacher man
  • Zur SZ-Diskothek

Neue Kritiken im Genre „Sampler“
8.5/10

SZ Diskothek: 1963
  • 2005    
8.5/10

SZ Diskothek: 1988
  • 2005    
6/10

SZ Diskothek: 1965
  • 2005    
Diskutiere über „Diverse“
comments powered by Disqus