R. Kelly - TP-3: Reloaded - Cover
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R. Kelly TP-3: Reloaded


  • Label: Zomba/SonyBMG
  • Laufzeit: 78 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Beinahe wäre der Ofen für R. Kelly aus gewesen. Nach 36 Millionen verkauften Tonträgern und Auftragsarbeiten u.a. für Michael Jackson, Whitney Houston, Luther Vandross, Celine Dion, Toni Braxton und Mary J. Blidge, wurde der Soul- und HipHop-Star im Jahr 2002 wegen des Verdachts auf Kinderpornografie mehrfach verhaftet und verhört. Nachdem sich der heute 36-Jährige schon mehrmals den Vorwurf der Vergewaltigung gefallen lassen musste, aber immer wieder den Kopf aus der Schlinge bekam, schienen die Beweise diesmal erdrückend zu sein.

Im Internet tauchte ein verfängliches Video auf, das R. Kelly beim Sex mit einer Minderjährigen zeigen sollte. In der Tat sah der Typ in dem Video dem Musikstar zum Verwechseln ähnlich. Und auch die Location der eindeutigen Handlungen ließ auf den Sänger mit der Schmusestimme schließen. Dennoch kam R. Kelly aus der Nummer irgendwie wieder heraus, ohne dass auf ihn eine Hetzjagd wie auf Michael Jackson veranstaltet wurde. Dieser wurde ebenfalls freigesprochen, obwohl er in den Köpfen vieler bereits verurteilt war.

Schon in jungen Jahren entdeckt Robert Kelly sein musikalisches Talent. Er gründet die Band MGM in seiner Chicagoer Heimat und unterschreibt 1991 bei Jive Records seinen ersten Plattenvertrag. Der angehende Star komponiert, produziert, singt und spielt seine Songs selbst ein. Sein Debütalbum „Born Into The 90’s“ lässt die R&B-Szene mit einer frischen Mischung aus Soul, Rap und versetzten New Jack Swing-Beats aufhorchen. Europa kommt ein paar Jahre später auf den Geschmack, als das ´96er-Album „12 Play“ im Schlepptau der Single „I believe I can fly“ vom „Space Jam“-Soundtrack, die sich mehr als fünf Millionen Mal verkauft, zum weltweiten Hit wird. Textlich widmet sich Robert bevorzugt den Themen Frauen, Liebe, Sex, aber auch dem Leben im Ghetto, was seinen Platten trotz des schmusigen Sounds regelmäßig den begehrten „Parental Advisory: Explicit Lyrics“-Sticker einbringt.

Dieser darf natürlich auch auf der zehnten Studioproduktion „TP.3 Reloaded“ nicht fehlen, dem bisher wohl ambitioniertesten Werk des Songwriters und Produzenten, der laut Billboard Magazin mehr Top 40 Hits in den 90er Jahren hatte, als irgendein anderer männlicher Solokünstler. Auf dem Album präsentiert R. Kelly neben 14 neuen Tracks auch einen fünfteiligen Songzyklus namens „Trapped in the closet“, der der limitierten Erstauflage von „TP.3 Reloaded“ zudem als 16 Minuten langer „Longform Videoclip“ auf DVD beigefügt wurde. Bei dem Film handelt es sich laut R. Kelly um ein Kurzdrama nach dem Motto „‚Desperate Housewives’ trifft ‚Desperates Husbands’“. Doch trotz des Aufwandes, seine Filmkarriere voranzutreiben, steckte R. Kelly auch heuer jede Menge Energie in seinen neuen Songs.

So schnappte er sich für den Opener „Playas’s only“ den derzeit mächtig angesagten Rapper The Game aus dem Stall von 50 Cent und für „Happy summertime“ den nicht minder populären Snoop Dogg. Zudem featured R. Kelly den Dancehall-Star Elephant Man („Reggae bump bump“), Twista und Do Or Die („Hit it til the mornin’”), Baby („Girls go crazy”), Wisin And Yandell („Burn it up”) sowie Nivea („Touchin’”). Auf diese Weise kombiniert der 36-Jährige gekonnt und routiniert sanfte Soul-Balladen („Remote control“, „Slow wind“, „In the kitchen“, „Put my T-Shirt on“), anzügliche Sex-Tracks („Touchin’“, „Sex weed“, „(Sex) Love is what we makin’”, „Girls go crazy”) mit tanzbaren Club-Nummern („Kickin’ it with your girlfriend“, „Reggae bump bump“, „Hit it til the mornin’”). Das verspricht zwar keinerlei Neuerungen geschweige denn Überraschungen, aber zumindest ein gewohnt perfektes R&B-Werk aus dem Hause R. Kelly.

Anspieltipps:

  • Sex weed
  • Playas’s only
  • Happy summertime
  • Kickin’ it with your girlfriend
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