Diefenbach - Set And Drift - Cover
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Diefenbach Set And Drift


  • Label: Pias/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Einen passenden Bandnamen zu finden, ist gar nicht mal so einfach. Vorgabe: Man muss ihn sich gut merken können, er soll die eigene Musik assoziieren und natürlich mächtig cool sein. Wie zum Beispiel Diefenbach. In dem Kult-Thriller „Fargo“ von Joel Coen ist „Reiley Diefenbach“ die mysteriöse Stimme am Telefon. Nach diesem Charakter hat sich eine Band aus Kopenhagen benannt. Gegründet wurde Diefenbach im Jahr 1999. Zum Line Up gehören Kenneth Sarup (Gitarre, Vocals), Allan Mattsson (Bass, Vocals), Lasse Lyngbo (Keyboard), Stefan Gejsing (Drums) und Nicolaj Stoyer Christophersen (Gitarre). Mit „Set & Drift“ legt der Fünfer in diesem Monat sein drittes Album vor.

Das selbstbetitelte Debütalbum der Jungs erschien 2001 auf ihrem eigenen Label Display Records. Es war ein reines Instrumentalwerk aus elektronischen Klängen und Post-Rock-Gitarren. Mit dem Nachfolger „Run Trip Fall“ (2003) zogen Gesangsspuren in den Diefenbach-Sound ein. Die Band experimentierte mit verschiedenen Stilarten, Songstrukturen und Klängen. Als Sänger betätigten sich Gitarrist Kenneth Sarup und Bassist Allan Mattsson. Die musikalischen Einflüsse, die die Dänen dabei verarbeiteten, waren weitreichender Natur. Egal ob New Wave (The Cure), HipHop (50 Cent), Grunge (Nirvana), Nu Rock (Deftones), Country (Johnny Cash) oder Old School Rap (NWA) – die Jungs bastelten sich einen so interessanten Sound zusammen, dass die Macher des Wall Of Sound Labels (Röyksopp) auf sie aufmerksam wurden. Folgerichtig erscheint „Set & Drift“ nun auf Wall Of Sound (PIAS).

Sechs Monate arbeiteten Diefenbach in den Sweet Silence Studios in Kopenhagen an ihren neuen Stücken. Als Produzent wurde der Engländer Tom Elmhirst verpflichtet, der bereits mit Goldfrapp, Sugababes und den Manic Street Preachers arbeitete. Dieser sorgte dafür, dass die Dänen ihre Experimentierphase endgültig abgeschlossen haben. Die Cinemascope-Sounds des Debüts wichen zugunsten „echter“ Songs mit Melodien und Gesang, die sich weitläufig am Pop der 60er Jahre orientieren, aber auch heuer nicht auf ein paar elektronische Spielereien verzichten. Dies erzeugt ein authentisches „Peace, Love & Music“-Feeling, bei dem die Melodien leicht und luftig aus den Boxen schweben, während der Harmoniegesang ein glückseliges Hippieflair verbreitet und die elektronischen Elemente für eine gute Priese Psychedelica sorgen.

Mit dieser Mischung gemahnt „Set & Drift“ in den besten Momentan an die dänischen Kollegen von Kashmir, die ähnlich schöne Melodiegebilde schaffen, die den Hörer nicht auf Anhieb anspringen, sondern langsam entdeckt werden müssen („Streetlights“, „Circular motions“). Ab und an werden gar Erinnerungen an U2 zu „Zoorapa“-Zeiten wach („Favourite friend“) oder melodietrunkene BritPop-Verweise abgegeben („Mechanical“). Wirklich selten sind schwache Momente, wie der TripHop-goes-Industrial-Song „Brusing my eyes“ oder das lärmende „The rocket“, wobei dem Album zum Ende hin tatsächlich etwas die Luft ausgeht und die Songideen sich entweder wiederholen („The right one“) oder zu sehr nach Coldplay „light“ klingen („On the move“). Dennoch ist „Set & Drift“ in Ansätzen ein starkes Album geworden, das Elektro-Rockfans durchaus mal antesten sollten. Es könnte sich lohnen…

Anspieltipps:

  • Circular motions
  • The right one
  • Streetlights
  • Mechanical
  • The police
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