Tamoto - Clemenza - Cover
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Tamoto Clemenza


  • Label: Supersonic/SonyBMG
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Der König ist tot, es lebe der König! Nach dem Split von Deutschlands Vorzeige-Band Guano Apes tritt Schlagzeuger Dennis Poschwatta mit seinem Projekt Tamoto als erster die Nachfolge der Göttinger an. Während die Fans noch mindestens bis zum Herbst auf das heißersehnte Soloalbum von Sängerin Sandra Nasic warten müssen, handelt Poschwatta frei nach Helge Schneider: „Nur der frühe Vogel fängt den Wurm“.

Zusammen mit seinem alten Kumpel Markus Gumball (alias „G-Ball“) hat Poschwatta Tamoto vor gut zwei Jahren ins Leben gerufen. Was anfänglich nur als Zeitvertreib bzw. Nebenprojekt geplant war, wird nun zur neuen Hauptbeschäftigung. Denn kaum sind die letzten Takte der ehemaligen Crossover-Kings („Open your eyes“) verklungen und die Portemonnaie der Fans nach dem Ausverkauf der letzten zwei Jahre wieder aufgefüllt (neben dem Studioalbum „Walking On A Thin Line“ erschien ein großes Single-Box-Set, ein Live- und ein „Best Of“-Album, sowie eine Doku-DVD), steht mit der Single „Beware“ und dem Album „Clemenza“ ein chancenreicher Doppeldecker am Start.

Ähnlich wie Kollege Dave Grohl (Nirvana, Foo Fighters) ist Dennis Poschwatta bei Tamoto vom Schlagzeug an die Gitarre gewechselt. Zudem übernimmt er mit G-Ball die Vocals. G-Ball stammt ursprünglich aus der R&B-Szene und hat sich als Remixer einen Namen gemacht. Auch er übernimmt ab und an die Gitarre. Im Studio standen dem Duo zudem die ehemaligen Guano-Apes-Kollegen Stefan Ude (Bass) und Henning Rümenapp (Gitarre), der H-Blockx-Bassist Fabio Trentini, der Rockabilly-Schlagzeuger Rossi Rossberg, Andor Arnhold (Gitarre) von Nailhead, sowie Drummer Lars Watermann und Gitarrist Kai Weisser, die beide in Markus´ alter Band Supershop gespielt haben, zur Seite.

Dass Dennis Poschwatta auch schon bei den Guano Apes in den kreativen Prozess eingebunden war und nicht nur seine Drums malträtierte, hört man den Songs auf dem Tamoto-Debüt deutlich an. Neben fetten Gitarren, zurückhaltendem Programming, etwas Studio-Bombast und groovenden Bässen, dominieren regelmäßig eingängige Pop-Hooklines, wie wir sie von den Apes kennen. Ganz stark tun sich dabei die Songs „Beware“ (ein echtes Groove-Monster), „Like a child“ (cooler Alternative Rock) und „Make a move“ (klingt sehr nach den Apres) hervor. Mit „Walk on by“ wird das Balladenfach bedient und „Warriors of the wasteland“ ist eine gelungene Coverversion des „Frankie Goes To Hollywood“-Krachers. Doch wer oder was ist das auf einmal? Van Halen? Whitesnake? Poison? Unglaublich, aber mit der Stadion-Rockhymne „On my mind“ liefern Tamoto einen waschechten Schweinerocksong ab, für den in den 80er Jahren jeder Rockstar getötet hätte. Total verrückt, aber nicht uncool.

Mit „Clemenza“ (italienisch für glänzend, strahlend) liefern Dennis Poschwatta und G-Ball ein durchaus beachtliches Debüt ab, das sich durch Abwechslungsreichtum und Spielfreude auszeichnet. Tamoto machen dabei nicht stur auf Crossover-Rock, auch wenn ihre musikalische Bandbreite im eigentlichen Sinne des Wortes darauf hindeutet. Sie verbinden elektronische Elemente, R&B-Einflüsse und treibenden Hardcore zu einem frischen Dreiviertelstündchen Rockmusik, das sich mehr als sehen lassen kann.

Anspieltipps:

  • Rollin’
  • Beware
  • Like a child
  • Make a move
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