Supergrass - Road To Rouen - Cover
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Supergrass Road To Rouen


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Drei Jahre sind seit dem letzten Studioalbum „Life On Other Planets“ der britischen Band Supergrass vergangen. Die mittlerweile vier Bandmitglieder, Gaz Coombes (Gesang, Gitarre), Danny Coffey (Drums), Mick Quinn (Bass) und Gaz' Bruder Rob an den Keyboards, zogen sich für 4 Monate in die Normandie zurück, um nach ihrem Best of in 2004 „Supergrass Is Ten“ diesen Longplayer allein zu produzieren. Die letzten zwei Jahre waren für die Coombes-Brüder vom Tod ihrer Mutter überschattet und auch die Veränderung der privaten Verhältnisse sprich Heirat und Kinder hat den Spaß-BritPoppern ein wenig die in ihren Hits vorhandene Leichtigkeit genommen.

Diese CD hat neun Songs und diese markieren eine Stilkorrektur. Der erste Song „Tales of Endurance“ ist Supergrass-untypisch in drei Teile geteilt. Zu Beginn wird die Melodie von Gitarren getragen, die sich langsam im Härtegrad steigern. Der Höhepunkt des Songs vereint dann alle Instrumente zu einer Mini-Rockoper. Die anfängliche sehr lange Instrumentalphase lässt das Werk trotzdem nicht langweilig werden, denn nach mehrmaligen Hören erobert es die Gehörgänge. „St. Petersburg“ ist ein ruhiges Folkpopstück, das die neue Gelassenheit oder Melancholie der vier Oxforder demonstriert. Hier wird dann zum Schluss eine Zither benutzt. Der Einsatz von ungewöhnlichen Instrumenten wird in „Sad girl“ fortgesetzt, wo eine Ukulele erklingt. In Roxy wird mit Geigen und natürlich Gitarren ein Psychodelic-Rock-Cocktail angerührt, der auch einen sehr ruhigen Teil beinhaltet.

Das ungewöhnlichste auf dieser CD ist „Coffee in the pot“, das einen kurzen instrumentalen Ausflug in Jazzgefilde darstellt und den Spaßfaktor spürbar erhöht. Das Titelstück ist schon etwas Supergrass-typischer, die 70er-Rocker lassen grüßen. „Kick in your teeth“ ist Supergrass pur, da regieren die Gitarren wie früher. Das Ende der CD leitet sehr ruhig „Low C“ ein, das den Beatles/Lennon-Einschlag nicht verleugnen kann. Der letzte Song nimmt noch mal das Tempo raus, fast schon einem Schlaflied ähnlich, läutet es das Finale des nur 39 Minuten dauernden Werkes ein. Leider nur neun Songs, denn das ist der einzige, aber gravierende Kritikpunkt an diesem musikalischen Neubeginn. Angesichts der Ideenvielfalt und Abwechselung ist die Zukunft von Supergrass sicher sehr rosig, obwohl hier natürlich kein mit vielen Hits gespicktes Meisterwerk vorliegt. Aber diese Haltung aus dem Einerlei des BritPop auszubrechen und doch seine Wurzeln nicht zu vergessen, nötigt Respekt ab.

Anspieltipps:

  • Roxy
  • Road to Rouen
  • Coffee in the Pot
  • Kick in the Teeth
  • Tales of Endurance
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