Snoop Dogg - The One And Only: Welcome To Tha Chuuch Vol. 9 - Cover
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Snoop Dogg The One And Only: Welcome To Tha Chuuch Vol. 9


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 70 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Dieses Werk ist kein Geniestreich. Es belegt, dass Snoop es trotz jährlichen Auslieferns versteht, mit der richtigen HipHop- und Soulmischung keine Langeweile aufkommen zu lassen.

1971 wurde Calvin Broadus alias Snoop Dogg in Long Beach, Kalifornien, geboren. Der üblichen Gangsterkarriere entkam er durch die Musik. 1993 erschien sein vielbeachtetes und sehr gut verkauftes Debütalbum „Doggystyle“, das heute immer noch als Referenz seines Schaffens gilt und zu den wichtigsten Alben des sogenannten G-Funk zählt. G-Funk besteht aus Funkelementen, entspanntem Rap und sanften Beats. Diese Musikrichtung stammt von Amerikas Westküste, Dr. Dre und Warren G sind als Erfinder dieses Genres zu nennen. Es folgten eigentlich nur erfolgreiche Longplayer, die sich allein in den U.S.A. 14 Millionen Mal verkauften. Der erste Labelwechsel wurde aufgrund des Eastcoast und Westcoastkonfliktes, der Notorious B.I.G. und Tupac Shakur das Leben kostet, notwendig.

Mittlerweile hat er ein eigenes Label namens Doggystyle Records, eine Modelinie, eine persönliche Cadillacmarke und Schauspielerfahrung in vielen Filmen wie „Training Day“ und „Bones“, um die bekanntesten herauszunehmen. Jedes Jahr erscheint eine neue CD, wobei Snoop zusätzlich zu den etatmäßigen Alben eine Mixtapecollection, „Welcome To Tha Chuuch“ genannt, in bisher 8 Teilen herausbrachte. Dieser Longplayer ist Nummer Neun dieser Serie. Im Gegensatz zu den perfekt produzierten Alben, sind hier die Künstler nicht immer so bekannt wie z.B. auf dem letzten Werk „The Masterpiece“ im Jahre 2004 mit Bee Gees, Justin Timberlake, Bootsy Collins und Nelly. Hier heißen die Kollaborateure Soopafly und Goldie Loc. Natürlich dürfen auch alte und bekannte Freunde wie Warren G und Nate Dogg, mit denen Snoop die Band 213 bildet, nicht fehlen.

Die 19 Tracks haben viel Abwechselung zu bieten, denn die Rapper unterstützen sich immer gegenseitig und bringen so verschiedene Stilrichtungen der schwarzen Musik auf eine CD. Der Opener „Crippin' 2 Tuff“ bringt die lässigen Beats und Rapeinlagen, die man von „Big“ Snoop Dogg gewohnt ist. Die erwähnte Startruppe 213 steuert zwei Songs mit ihren bewährten Westcoastklängen – G-Funk in Perfektion – dazu. Der dritte Track ist der bereits bekannte Hit von Usher „Do it to me“ und wird noch mal neu abgemischt. Auch sehr tanzbar kommt „Summertime“ daher. So gar nicht zu passen scheint Song Nummer 6, der absolut soulhaltig daherkommt und keinen Rap zu bieten hat. Der einzige Totalausfall der CD ist „All the girlz“, der neben dem absolut einfältigen Text eine nervige Minimelodie mitbringt. Außerdem ist Singen nun wirklich nicht Snoops Berufung, sondern Rappen. Die Soulliebe von Herrn Broadus zeigt sich auch noch in den beiden Beiträgen der Isley Brothers, die dem Mixtape die Abwechselung bieten, die es braucht. Die drei mit Soopafly produzierten Songs wirken teilweise etwas müde oder erreichen nicht das Niveau der restlichen Auswahl. Ein wirklicher Kritikpunkt sind Snoops Texte, die von eindeutigen F-Wörtern wimmeln oder gar keinen Sinn ergeben. Allerdings sind in amerikanischen HipHop-Kreisen wirklich sozialkritische oder ausgefeilte Lyrics auch selten anzutreffen. Da handeln die Songs eher von eindeutigen Angeboten an Frauen oder von den zweifellos vorhandenen Rapfähigkeiten.

Dieses Werk ist kein Geniestreich von Snoop Dogg, sondern es belegt, dass er es trotz jährlichen Auslieferns versteht, mit der richtigen HipHop- und Soulmischung keine Langeweile aufkommen zu lassen, sondern dass er immer wieder tanz- und hörbare Songs schreiben oder produzieren kann.

Anspieltipps:

  • Do it to me
  • Summertime
  • Crippin' 2 Tuff
  • Walk away from love
  • Rollin' down tha highway
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