Def Leppard - Yeah! - Cover
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Def Leppard Yeah!


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass Cover- und Tribute-Alben nicht gerade die Krönung der Kreativität darstellen, ist natürlich ein alter Hut und auch im Fall von Def Leppard nicht anders.

Ihr vorerst letztes Studioalbum mit neuem Material, „X“ aus dem Jahr 2002, war eine totale Katastrophe und das mit Abstand schlechteste in der langen Karriere der englischen Hardrocker von Def Leppard. Die zum Teil äußerst harschen Kritiken dürften sogar die gestandenen Musikmillionäre aus England verunsichert haben. Denn selbst wenn Def Leppard nie als besonders schnelle Arbeiter galten (drei bis fünf Jahre Pause zwischen ihren Alben sind normal), sind inzwischen vier lange Jahre ins Land gezogen, in denen bis auf eine „Best Of“-Compilation nichts Neues von den Jungs aus Sheffield gehört hat.

Das wird auch noch eine Weile so bleiben. Vermutlich bis zum 30. Band-Geburtstag im nächsten Jahr. Bis dahin gilt es sich langsam wieder an die Normalform der 80er und 90er Jahre heranzutasten. Dies geschieht mit dem Cover-Album „Yeah!, auf dem Def Leppard ihren musikalischen Helden aus den 70er Jahren Tribut zollen. Insgesamt 14 Songs plus ein paar Bonustracks, die verschiedenen Spezialauflagen beigefügt wurden (in den USA ist es inzwischen soweit, dass einzelne Handelsketten wie z.B. Best Buy ihre eigenen „Limited Editions“ vertreiben dürfen/können), hat die Band in Joe Elliotts Homestudio in Dublin eingespielt und sich dabei an Klassiker wie „20th century boy“ (T. Rex), „Waterloo sunset“ (The Kinks), „Drive-in saturday“ (David Bowie), „Stay with me“ (The Faces) und „Don’t believe a word“ Thin Lizzy herangetraut.

Diese Arbeit ohne Druck scheint den Jungs richtig Spaß gemacht zu haben. Denn im Booklet zu „Yeah!“ posieren sie ganz stilecht wie ihre Helden aus den Siebzigern. So sieht man Rick Savage im Stile eines Freddie Mercury im „Bohemian Rhapsody“-Clip, Rick Allen stellt das „Transformer“-Cover von Lou Reed nach und Phil Collen macht auf Iggy Pop wie man ihn kennt, nämlich halbnackt um einen Mikrophonständer gewickelt – um nur drei Beispiele zu nennen.

Dass Cover- und Tribute-Alben nicht gerade die Krönung der Kreativität darstellen, ist natürlich ein alter Hut und auch im Fall von Def Leppard nicht anders. Hier kann es nur um ein bisschen Spaß gehen, in der Hoffnung, dass der eine oder andere Track in die Nähe des Originals kommt. Ab und zu gelingt das auch. Zum Beispiel bei der einfühlsamen Umsetzung des Kinks-Hits „Waterloo sunset“ oder bei der großartigen Version von „Stay with me“ aus der Feder von Ron Wood und Rod Stewart. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass „Yeah!“ lediglich ein ganz nettes Album für Zwischendurch ist, das sich nur die beinharten Fans ins Regal stellen werden. Der Rest wartet weiterhin darauf, dass diese Band mal wieder selbst großartige Songs schreibt.

Anspieltipps:

  • Stay with me
  • Little bit of love
  • Waterloo sunset
  • Don’t believe a word
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