Hoobastank - Every Man For Himself - Cover
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Hoobastank Every Man For Himself


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine der von Kritikern meist gehassten Bands lässt einfach nicht locker und legt in wohldosierten Zweijahresschritten ein Album nach dem anderen vor. Und – ganz schlimm! – sie hat auch noch weltweiten Erfolg damit. Es handelt sich natürlich um das kalifornische Nu-Rock-Post-Grunge-Trio Hoobastank – namentlich Douglas Robb (Gesang), Dan Estrin (Gitarre) und Chris Hesse (Drums) –, das auf „Hoobastank“ (USA 11/2001, Deutschland 06/2002) und „The Reason“ (USA 09/2003, Deutschland 05/2004) „Every Man For Himself“ folgen lässt. Ein Album, das im Wettbewerb um das hässlichste Cover des Jahres schon jetzt ganz weit vorne liegt.

Ganz auf Nummer sicher gehend wurde auch diesmal wieder Hitgarant Howard Benson (The Used, Adema, My Chemical Romance, P.O.D.) hinter die Regler gelassen. Er war auch schon für das Multi-Platin-Album „The Reason“ zuständig, dessen extrem poppige Singleauskopplungen sich in den Rotationsschleifen der Radiosender und MTVIVA festbissen und den unerwarteten Erfolg für Hoobastank ebneten. Er zauberte Hoobastank auch auf „Every Man For Himself“ einen amtlichen Dicke-Hose-Sound auf den Millionen Dollar schweren Leib. Neu ist dagegen, dass Bassist Markku Lappalainen von Bord gegangen ist und durch die Studiomusiker Paul Bushnell und Chris Chaney ersetzt wurde. Einen Grund dafür wird der Nicht-Bravo-Leser leider nicht gewahr. Allerdings kommt beim Teilen der Tantiemen durch drei mehr heraus, als beim Teilen durch vier…

Obwohl das Intro mit „Born to lead“ recht rockig ausfällt, zeigen Hoobastank schon bei „Moving forward“, dass sie bereit sind, noch heftigere Zugeständnisse in Richtung radiotauglicher Popmusik zu machen. Und so wundert man sich dann auch nicht über einen extrem klebrigen Refrain mit fragwürdigem „Nanananana“-Part. „Inside of you“ schlägt, abgesehen von ein paar ganz wenigen Rockriffs, in dieselbe Kerbe und liefert unverblümten Radiopop ab, der ohne große Umwege in die potenzielle Singleauskopplung „The first of me“ mündet – einem hymnischen Midtempotrack mit stadiontauglichem „Uuuhuuhuuhuu“-Teil zum Mitsingen. Auf diese Art geht es weiter.

Ein paar Beispiele: „Good enough“ bietet Nu-Rock-Kost mit atmosphärischen Pink-Floyd-Keyboards, „If I were you“, die erste Singleauskopplung und mieser Abklatsch des starken „The reason“, dümpelt ereignislos vor sich hin und „Don’t tell me“, „Say the same“ und „Without a fight“ fungieren als unoriginelle Quotenrocker. Echte Highlights muss der Hörer mit der Lupe suchen – auf die Gefahr hin, gar keine zu finden. Denn was auf den ersten beiden Alben noch zu gefallen wusste, wird auf „Every Man For Himself“ im negativen Sinne auf die Spitze getrieben.

Alles wirkt noch poppiger, noch eingängiger, noch bombastischer, noch gewollter, noch konstruierter – wie eine Band, die an den großen Geldtöpfen gerochen hat und nun ganz easy versucht, das Erfolgsrezept zu kopieren. Das Ergebnis ist fatal: Denn bei diesem Versuch herausgekommen sind zweitklassige Melodien, abgestandene Hooks und ganz und gar gruselige Texte. Eine Kombination, die Hoobastank gefährlich nahe an Trallala-Gruppen wie The Calling und Lifehouse heranrückt. Ein Gedanke, bei dem einen richtig schlecht werden kann.

Anspieltipps:

  • If only
  • Inside of you
  • Good enough
  • Without a fight
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