Melotron - Cliché - Cover
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Melotron Cliché


  • Label: Synthetic Symphony/SPV
  • Laufzeit: 60 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Dem Trio ist mit „Cliché" ein auf den Stärken der vorherigen Alben basierendes Stück Musik gelungen, welches tanzbar ist und sofort Anklang findet.

Die drei Neubrandenburger Andy Krüger, Edgar Slatnow und Kay Hildebrandt sind in Sachen Synthie Pop eine Klasse für sich. Elektronische Popmusik war nie tot – das bewiesen und beweisen immer wieder Bands wie Melotron, die mittlerweile auch weit über die Landes- und besonders Genregrenzen hinaus ihren Namen erspielt haben. Gerade die absolvierte Tour als Support für Marianne Rosenberg hat einiges dazu beigetragen.

Nun liegt das neue, in der Abgeschiedenheit der peruanischen Anden und auf einer kleinen dänischen Insel entstandene Album mit dem Titel „Cliché" vor. Auf das mitunter schräge Intro „Marlene" folgt das zum Tanz auffordernde „Halt mich fest", das gesanglich anregend intoniert ist und atmosphärische Synthflächen mit verspielten Melodien verbindet. Träumerisch ist nicht nur der Titel, auch die Sounds von „Frei wie das Meer" erheben sich gefühlvoll über dem melancholischen Text. Er handelt von Aufbruch und einem neuen Anfang, ohne die zurückliegende Trauer zu verdrängen.Straight drückt der Beat von „Stirb für mich" Richtung Tanzfläche und Andy Krüger sowie seine Duettpartnerin (Emergenz-Sängerin Susi Adler) tun mit duellierendem Gesang ihr Übriges, um lange im Gedächtnis zu bleiben. Man muss kein Illusionist sein, um die tanzende Menge eines dunkel und elektronisch geprägten Clubs vor sich zu sehen.

Ähnlich wie And One´s „Deutschmaschine" ist das lauernde und ironische geprägte „Propaganda" eine gesellschaftskritische Angelegenheit, die man im elektronischen Bereich nur allzu selten findet und zum Nachdenken über die sog. „Schöne Neue Welt" anregt. „Gläserne Zeiten" wartet mit einem Beat und dunklem Gesang auf, der Parallelen zur Electronic Body Music zulässt. Der Refrain befreit sich dann aus dem engen Korsett und lässt harmonische und ohrwurmartige Synthesizermelodien erklingen, die hymnenhaft von Andy Krüger besungen werden. Das Instrumental „Sandström" bietet nach einigen potentiellen Clubhits einen sphärischen Ausklang, der mit wundervollen Flächen einhergeht.

Dem Trio ist mit „Cliché" ein auf den Stärken der vorherigen Alben basierendes Stück Musik gelungen, welches tanzbar ist und sofort Anklang findet, ohne Nachhaltigkeit vermissen zu lassen. Es wird dank abwechslungsreicher Songs, die zwischen Ballade, antreibendem Hit und ausgeklügeltem Instrumental pendeln, nie zu gleichförmig. Von großer Weiterentwicklung kann man zwar nicht sprechen – aber wer sollte Melotron das als Kritikpunkt unterstellen, wenn sie so wunderbar ihren Weg weitergehen.

Anspieltipps:

  • Frei wie das Meer
  • Stirb für mich
  • Propaganda
  • Gläserne Zeiten
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