Telepopmusik - Angel Milk - Cover
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Telepopmusik Angel Milk


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 45 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Neben Air, Daft Punk oder Modjo gibt es noch andere französische Künstler, die musikalisch etwas zu bieten haben, jedoch oftmals das Mainstreamgehör nicht erreichen. So auch das Trio Télépopmusik. Seit ihrer ersten Veröffentlichung 1996 mit dem Track „Sonic 75“ haben Stephan Haeri, Christophe Hétier (alias Antipop) und Fabrice Dumont, die schon lange vorher gute Freunde waren, nur ein Ziel: Der französischen Popmusik ein neues Gesicht geben. Geschafft haben sie dies schon im Jahre 2002, als ihr erster Longplayer „Genetic World“ erschien. Auf dieser CD fanden sich viele Gastauftritte, wie von Angela McLusky, Rapper Juice Aleem, Gonzales, Peaches oder dem früheren Earthling-Mann Soda-Pop alias Mau. Mit dem Lied „Breathe“ wurden sie berühmt und es folgten viele Fernsehauftritte und sogar Peugeot engagierte Télépopmusik für einen Werbespot. Doch dann wurde es still um das Trio. Vielleicht eine kreative Pause oder einfach nur Erholung!? Wer weiß. Das Ergebnis jedenfalls ist ihr zweites Album „Angel Milk“, welches Anfang 2005 erschien und im Vergleich zum Debütalbum enttäuschend ist.

Poplastig waren sie selten; sie passen eher in Kategorien, wie Lounge oder Electro-Pop und beweisen es mit diesem Album. Schon der erste Titel „Don`t look back“ zeigt, wie ruhig es nicht nur um sie, sondern auch wie ruhig ihre Musik geworden ist. Der Rhythmus tritt in den Hintergrund und weichere Layer bestimmen den Sound. Die Stimmen dieser Platte kommen aus den Mündern von Sängerin Deborah Anderson, erneut von Mau mit seinem Sprechgesang und Angela McClusky, mit ihrer zarten Stimme. Mit dem vierten Lied „Into everything“ haben Telepopmusik ihr altes Niveau erreicht. Zackige Beats, schnellere Rhythmen und die typische Stimme von Angela McClusky erinnern an das Vorgängeralbum. Doch die Streicher und die altmodischen Trompeten im Folgetitel „Love's almighty“ zerstören die Dynamik wieder. Auch die darauf folgenden Titel wirken schwermütig, veraltet und planlos. Ein Wirrwarr von elektronischen Ergüssen.

„Close“ und das finster daherkommende „Hollywood on my toothpaste“ retten noch einiges, da die verzerrten Gitarren den Sound zu etwas Einzigartigem machen und man dadurch so etwas wie einen Ohrwurm geboten bekommt. Der Song „Tuesday“ erinnert stark an Air und bleibt ebenso ruhig, wie das gesamte Album. Etwas Lustiges an diesem Album: Der 15. Song. Er besteht aus nichts, heißt „15 minutes“ und läuft auch etwa solange. Es ist kein Hidden Track im herkömmlichen Sinne, weil man nichts hört, auch wenn man noch so laut aufdreht.

Insgesamt ist „Angel Milk“ nicht mehr so erfrischend wie der Vorgänger. Wenn man genauer hinhört, erkennt man eine gewisse Vielschichtigkeit, die jedoch in dem Soundbrei und der Trägheit stecken bleibt. Fazit: Télépopmusik bleiben elektronisch, loungig; jedoch veraltet und wenig innovativ. Sie wollten dem Pop ein neues Gesicht geben, haben aber der Ambient Musik ein altes gestohlen.

Anspieltips:

  • Hollywood on my toothpaste
  • Into everything
  • Close
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