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FAQ Is Pornography Art


  • Label: Synthetic Product Records
  • Laufzeit: 75 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Bevor die Schweizer sich im Jahre 2003 aufgrund von rechtlichen Streitigkeiten von Carpe Diem in FAQ umbenannten, konnten sie schon auf eine 10jährige Karriere zurückblicken. Als Support spielten sie Konzerte mit über die Szene hinaus bekannten Acts wie Deine Lakaien, De/Vision, Mesh oder Clan of Xymox. Nach 4 Alben und vielen gesammelten Erfahrungen melden sich Philip, Thomas, Mary und Pille nun zurück, um weitaus mehr als ein einfaches Electro-Pop-Album an die Oberfläche zu befördern.

Sequenzen und ein drängender Beat eröffnen voller Tanzbarkeit das Album mit dem Track „The world is cold enough“, welcher bereits als Promo-Single in den Clubs rotierte. Energetisch bewegen sich E-Gitarren und die eindringliche Stimme Philips neben den elektronischen Zutaten. Mit umwerfenden Loops, sanften Pianobreaks und den engelsgleichen Backing Vocals von Mary geht es mitreißend in „Minor“ weiter. Besonders der zweistimmige Gesang bezaubert und lockert den stampfenden Bass auf, ohne den Antrieb zu schmälern.

Stephan L. Groth von Apoptygma Berzerk ist der weniger überraschende und trotzdem wertvolle Gast bei dem tiefgehenden „We come in pieces“. Der wirklich überraschende und aufsehenerregende Gast kommt aus dem Pornobusiness und hört auf den Namen Jenna Jameson. Nach ihrem Auftritt in Eminems Videoclip zu „Without me“ ist es ihre zweite Aktivität im musikalischen Bereich. Sie stellte FAQ eine Fotostrecke für das Booklet zur Verfügung, um im Gegenzug eine Huldigung in Form des Songs „Heartbreaker“ zu erhalten. Dort sind Auszüge eines Interviews mit Jenna Jameson von ihrer DVD „Hell on heels“ zu hören. Ansonsten denkt man eher an Öffentlichkeitsarbeit als an eine kreative, musikalische Ader von Ms Jameson. Oder ist doch eine Überzahl an männlichen Hormonen für diesen Kurzauftritt verantwortlich?

Man mag darüber denken, wie man will. Der wunderbaren Musik tut dieses keinen Abbruch. So lauscht man weiterhin den vielseitigen und intelligent arrangierten Songs, welche meist im Clubsound angesiedelt sind. Ruhigere Momente, wie in „Never again“ und „The man next to me“, bilden die Seltenheit, sind aber mindestens genau so intensiv und auf ganzer Linie herzerwärmend. Das Piano und der elegante Gesang sprechen direkt die Seele an und baden in sanfter Melancholie.

Mit 3 Bonustracks, die allesamt Remixe sind, klingt ein hochgradig ansprechendes Album aus. Selbst wenn man mit elektronischer Musik nicht vertraut ist, sollte man diesem Longplayer mindestens einen Hördurchgang schenken. Zu ausgereift sind die Songs und zu antreibend die Stimmung, um dieses 75minütige (!) Werk individueller Popkultur zu ignorieren.

Anspieltipps:

  • The world is cold enough
  • Minor
  • Never again
  • One trip one noise
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