Magnapop - Mouthfeel - Cover
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Magnapop Mouthfeel


  • Label: DevilDuck Records/Soulfood
  • Laufzeit: 31 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Zwischen 1991 und 1996 veröffentlichte das Quartett Magnapop aus Atlanta, Georgia drei Alben, die mit frecher Attitüde und lockeren Hooks zu Insidertipps wurden. Das selbstbetitelte Debüt wurde von Michael Stipe (R.E.M.) mitproduziert, beim Zweitwerk „Hot Boxing“ (1994) saß Bob Mould (Hüsker Dü) an den Knöpfchen und „Rubbing Doesn’t Help“ (1996) wurde von keinem Geringeren als Josh Freese (The Vandals, Social Distortion) eingetrommelt. Durchaus gute Vorzeichen für eine internationale Karriere im Indie-Pop-Sektor. Doch irgendwie war nach „Rubbing Doesn’t Help“ die Luft raus. Die Platte wurde zwar noch in Europa veröffentlicht – drei Jahre nach dem US-Release –, aber da krähte schon kein Hahn mehr nach der Band.

Es brauchte geschlagene acht Jahre, ehe sich Magnapop wieder zusammenfanden. Von der Urbesetzung sind nur noch die beiden Damen Linda Hopper (Vocals) und Ruthie Morris (Gitarre, Vocals) mit von der Partie. Die neue Rhythmussektion wird jetzt von Scott Rowe (Bass, Vocals) und Chad Williams (Drums) dargestellt. Zusammen mit Producer Chris Wells haben die Vier elf neue Songs eingespielt, die an die guten alten Zeiten anknüpfen sollen, als Magnapop ein echter Szene-Tipp waren.

Ob die CD die gewünschte Aufmerksamkeit erlangen kann, darf zumindest in Deutschland bezweifelt werden. Zu lange war die Band von der Bildfläche verschwunden und zu gewöhnlich fallen viele Tracks auf dem Album aus. Doch schlecht ist „Mouthfeel“ gewiss nicht. So gibt es auch anno 2005 handgemachte Power-Popsongs („We’re faded“), kleine College-Rock-Balladen („California“), Neo-Grunge („PDX“), Punkrock („In-Between“) und hitverdächtige Indie-Kracher („Satellite“) mit charmanten Female Vocals zu hören, die durchaus Spaß machen.

Im Stil von Sleater-Kinney schreddern Magnapop elf raue Independent-Tracks vor sich hin, die die Drei-Minuten-Marke nur selten überschreiten. Das entspricht dem klassischen Indie- bzw. College-Rock, der Anfang der 90er Jahre im Schatten des Grunge zu ganz großen Ehren kam. So ein Erfolg wird heuer natürlich nicht mehr möglich sein. Dennoch ist „Mouthfeel“ ein nettes Beispiel dafür, was vor ca. 10 Jahren total angesagt war und auch heute noch relativ frisch und unverbraucht klingt.

Anspieltipps:

  • Satellite
  • California
  • We’re faded
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