Sugababes - Taller In More Ways - Cover
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Sugababes Taller In More Ways


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die drei Mädels von den Sugababes – Keisha Buchanan, Mutya Buena und Heidi Range – stellen eine typische Single-Band dar. Jedes ihrer drei Alben enthielt bisher ein Bündel aus exakt vier Hitsingles, um die ein bunter Strauß aus Füllmaterial gesponnen wurde. In der Reihenfolge lautet das Ergebnis: „Overload“, „Soul sound” „New year” und „Run for cover“ (aus „One Touch“, 2000), „Freak like me”, „Round round”, „Stronger” und „Shape” (aus „Angels With Dirty Faces”, 2002) sowie „In the middle”, „Hole in the head”, „Caught in a Moment” und „Too lost in you” (aus „Three”, 2003). Die verblüffende Nachricht dieser CD-Besprechung lautet, dass sich daran auch bei Output Nummer vier, „Taller In More Ways”, aller Voraussicht nach nichts ändern wird.

Mit der Hilfe ihres bewährten Kreativ-Teams aus Brian Higgins, Johnny Rockstar und Cameron McVeigh und den Produzentengrößen Dallas Austin (Gwen Stefani, Pink, Brandy), Guy Sigsworth (Madonna, Britney Spears, Seal) und Cathy Dennis (Kylie Minogue, Emma Bunton, Kelly Clarkson) wurden elf Songs eingespielt, an deren Entstehung die drei Mädels natürlich wieder aktiv beteiligt waren. Das unterscheidet das Trio im übrigen von der breiten Girl-Group-Masse, die außer gut aussehen und ein bisschen Plackback-Singen absolut nichts zum Kreativprozess beitragen kann.

Das Ergebnis der Aufnahmesessions in London ist der Sugababes-übliche Mix aus Pop, HipHop, Soul und R&B sowie einem immer leicht unnahbar wirkenden Gesangsstil der drei Girls – perfekt vorgetragen in der ersten Singleauskopplung „Push the button“. Der Text geht sofort ins Ohr, die Melodie frisst sich im Kleinhirn fest und der Rhythmus fährt einem ins Gebein. Das ist Dance-Pop in Reinkultur. Da gibt’s nichts zu meckern!

Zu besagtem Füllmaterial zählen diesmal u.a. Songs wie der HipHop-Verschnitt „Gotta be you“, der eher zu einer Rihanna oder Chiara passen würde, die schwachbrüstige R&B-Ballade „Follow me home“ und der unentschlossen blubbernde Off-Beat-Track „Joy divison“. Doch damit ist die Talsohle des Album auch schon durchschritten. Der simple Dance-Stomper „Red dress“ macht nämlich einfach Spaß, „Ugly“ ist eine feine Halbballade mit akustischen Gitarren, Piano-Begleitung und schönem Harmoniegesang. Den Vogel schießt allerdings das elektronisch knatternde „It ain’t easy“ ab. Der furiose Floorfiller bedient sich schamlos am „Personal Jesus“-Riff von Depeche Mode, doch das passt einfach hervorragend zum Gesamtkonzept des Songs.

Auch heuer wird das Soll erfüllt. Die Sugababes liefern wieder vier potenzielle Hitsingles ab, garnieren diese mit etwas Füllmaterial, vom dem höchstens drei Songs durch das Qualitätsraster fallen, fertig ist ein sympathisches Pop-Album, an das der Hörer keine übermäßigen Erwartungen stellen darf. Dann bekommt er eine knappe Dreiviertelstunde geboten, was beim Film unter „Popcorn-Kino“ firmiert. Und wer will darüber ernsthaft schimpfen?

Anspieltipps:

  • Ugly
  • Red dress
  • Ace reject
  • It ain’t easy
  • Push the button
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