Cloudberry - Destroyer - Cover
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Cloudberry Destroyer


  • Label: Saint Records/Broken Silence
  • Laufzeit: 29 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Weniger ist nicht immer mehr! Die meisten Kompositionen von Marco Pleil sind nämlich große Klasse.

Hinter dem Namen Cloudberry verbirgt sich der Songschreiber und Multiinstrumentalist Marco Pleil. Pleil macht seit den frühen 90er Jahren Musik und war sieben Jahre lang Frontmann der Punkband Strange. Seit 1999 probiert er sein Glück alleine. In dieser Zeit hatte er sogar einen Vertrag mit dem Major EMI in der Tasche, doch aus dem Deal wurde nichts. Veröffentlichung geplatzt. Vermutlich hat mal wieder ein Entscheidungsträger kalte Füße bekommen, Geld in den Nachwuchs zu investieren. Doch Pleil gab nicht auf und produzierte zusammen mit Tobias Jahn das Cloudberry-Debüt „Elijah“ (2003), dem jetzt das Zweiwerk „Destroyer“ folgt.

Im Troisdorfer Blubox Studio spielte Marco Pleil zusammen mit Oliver Schmidt (Gitarre), Lothar Weise (Drums) und Produzent Guido Lucas zwischen März und April 2005 16 Tracks ein, die mit einer Spielzeit von lediglich 29 Minuten auf das Wesentliche reduziert worden. Marco Pleil nennt dies „die Reduktion des Pop auf seinen Kern“. Das ergibt einen Sound, der irgendwo zwischen Blackmail, Slut und Miles angesiedelt ist. Also feinen Pop mit schrammelnden Gitarren und melancholisch verspielten Melodien. Dass dabei kein Song über die 2-Minuten-Marke hinauskommt, mag man als Konzept noch durchgehen lassen, führt aber dazu, dass viele Tracks unfertig und skizzenhaft wirken.

Deshalb behautet der Kritiker jetzt einfach, dass (sagen wir mal) zehn Tracks auf die klassische Länge von 3:30 Minuten ausgearbeitet, ein größeres Vergnügen abgegeben hätten. So bekommt der Hörer nur ein paar tolle Riffs (man höre nur „Communication“ und „No refrain“) und eine starke Mini-Melodie vorgeworfen – das war’s. Ein musikalischer Coitus Interruptus, der nicht einfach zu verkraften ist, denn hier wäre mehr drin gewesen!

Wenn dieser Gedankendank gestattet sei, kann man Pleil auch vorwerfen, dass die Songs durch die kurze Spielzeit fürs Radio oder als potenzielle Singles unbrauchbar sind. Deshalb gilt für „Destroyer“: Weniger ist nicht immer mehr! Die meisten Kompositionen von Marco Pleil sind nämlich große Klasse.

Anspieltipps:

  • Wit
  • Artcore
  • Amplifier
  • Us, Bedlam
  • Communication
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