The Bravery - The Bravery - Cover
Große Ansicht

The Bravery The Bravery


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Auszeichnung wie „Number 1 promising act of 2005“ von der BBC mag schon eine Ehre für eine Band sein, die sich erst vor zwei Jahren gefunden hat. Wenn der US-Rolling Stone dann auch noch ein „Artist to watch in 2005“ und das Spin-Magazin ein „Next Big Thing“ in den Lob-Pool wirft, sind die Erwartungen unermesslich groß. Doch The Bravery lassen sich davon wenig beeindrucken und veröffentlichen termingerecht ihr Album mit einem kompromisslosen Mix aus New-York-Rock à la The Strokes und Synthesizer-Sounds. Wer nun etwas skeptisch wird, weil das doch unmöglich gut klingen kann, hat nicht ganz unrecht, denn das selbstbetitelte Album von The Bravery hat alles, was man von einer New Yorker Band nicht mehr hören möchte.

Bereits 2003 haben The Strokes bei ihrer Single „12:51“ einen sehr synthesizerähnlichen Sound als Gitarrenmelodie benutzt. Es ist wohl mehr als nur ein Zufall, dass sich zu dem Zeitpunkt Sam Endicott (Gitarre, Gesang) und John Conway (Keyboards) treffen und beschließen gemeinsame Aufnahmen zu machen. 2004/05 denken The Bravery diesen Gedanken weiter, ignorieren aber die Wahl der Synthezier-Sounds vollkommen, so dass jedes Lied die gleiche Wirkung wie ein Achterbahn-Besuch hat: der Magen dreht sich. Eine dezente, gefühlvolle Art, die Sounds in ihre Songs zu mischen, wie es The Killers machen, kennen The Bravery anscheinend nicht. Das Fingerspitzengefühl dafür blitzt viel zu selten auf, denn die meiste Zeit kämpfen die Synthesizer gegen die restlichen Instrumente an („Hot pursuit“), statt mit ihnen zusammenzuarbeiten („Unconditional“, „Swollen summer“).

Die Band kleckert nicht mit ihrem ungewöhnlichen Sound, sondern setzt ihn gezielt und vordergründig ein. In „Out of line“ dominiert der Synthesizer so stark, dass die anderen Instrumente und der Gesang nur noch als Hintergrundrauschen wahrgenommen werden. Doch das Schlechteste an The Bravery ist nicht die Sound, sondern Sam Endicotts Bemühen wie Strokes-Sänger Julian Casablancas zu klingen. Besonders „Public service announcement“ und „Honest mistake“ fallen negativ auf. Hinzu kommt der Sound der Drums, der dermaßen untergeht, obwohl doch gerade dieser so manche Stelle in der Musik erträglich machen kann.

Nur weil die Band ähnlich wie The Killers klingt, ist es noch längst kein Kompliment, denn im Gegensatz zu den Jungs aus Las Vegas, haben The Bravery größtenteils langweilige Songs, die zwar einen gewissen Elan haben, denen aber das gewisse Etwas fehlt. Da ist es fast schon traurig, dass sich die Band am Ende sogar einen Gefallen mit den Synthesizer-Sounds tut, denn ohne diese wären The Bravery nur eine zweitklassige Strokes-Kopie ohne eigenständiges Erkennungsmerkmal.

Anspieltipps:

  • Hot pursuit
  • Unconditional
  • Swollen summer
Neue Kritiken im Genre „Rock“
Diskutiere über „The Bravery“
comments powered by Disqus