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Diverse SZ Diskothek: 1975


  • Label: Ministry Of Sound
  • Laufzeit: 74 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf den ersten Blick ist mit dem Musikjahr 1975 nicht sonderlich viel anzufangen. Die musikalische Attitüde der 60er Jahre ließ sich nicht in das neue Jahrzehnt herüberretten und war schon seit längerer Zeit ausgestorben. Adäquaten Nachwuchs zu finden fiel schwer. Acts wie T. Rex, Suzi Quatro, Slade, Sweet und Roxy Music waren plötzlich angesagt. Aus der Not heraus wurde Bruce Springsteen zur Zukunft der Rockmusik erklärt. Die deutschen Polit-Rocker Ton Steine Scherben zogen sich in die innere Emigration aufs Land zurück, während Kraftwerk pseudo-innovative Elektromusik unters Volk streuten. In der Reihe „Das Fundstück“ handelt auch der Nachdruck eines Interviews aus dem Musikexpress (12/1976) zwischen Ingeborg Schober und den Elektro-Poppern.

Die herausragenden Alben des Jahres kamen u.a. von Kiss („Alive“), AC/DC („High Voltage“), Pink Floyd („Wish You Were Here“), Queen („A Night At The Opera“), Bruce Springsteen („Born To Run”), Patti Smith („Horses”) und Fleetwood Mac („Fleetwood Mac”). Auf politischer und kultureller Ebene tat sich auch so einiges. In Deutschland gilt man seit dem 1. Januar als Volljährig, Steven Spielberg landet mit „Der Weiße Hai“ einen weltweiten Kinohit, Kollege Martin Scorsese schickt Robert De Niro als „Taxi Driver“ auf die Leinwand, im hessischen Biblis entsteht ein Kernkraftwerk mit zwei Atomreaktoren und Stuttgart steht Kopf ob des in Stammheim beginnenden Prozesses gegen die Führungsebene der RAF.

Auf der CD des SZ-Diskothek des Jahres 1975 toben sich diesmal u.a. die Rance Allen Group mit ihrem zeitlosen Soul-Funk aus („The painter“), das One-Hit-Wonder Chris Spedding huldigt das „Motor bikin’“, R&B-Star Al Green propagiert die Liebe („L-O-V-E“) und landet einen seiner letzten Hits bevor die Disco-Welle startet, Ton Steine Scherben liefern mit „Wenn die Nacht am Tiefsten“ einen Song ab, der zum geflügelten Wort für Hoffnung wird und Roxy Music baden in schwülstigem Funk („Love is the drug“). Marcus Garvey belegt mit „Burning spear“ seinen Status als Roots-Reggae-Veteran, die Southern Rock-Heroes von Lynyrd Skynyrd war noch nicht zur Kirmesband verkommen („Sweet home Alabama“) und ließ sich für ihr Debütalbum „Pronounced Leh-Nerd Skin-Nerd“ feiern. Der Song „Saturday night special“ zählt zu den härtesten der Südstaatenrocker. Die Konsensrocker schlechthin sind Status Quo, von denen böse Zungen behaupten, sie hätten ein und denselben Song immer wieder neu geschrieben. Mit ihrem unverwüstlichen Boogie-Recycling überlebten sie die letzten (geschätzten) 100 Jahre ohne Allüren und feierten eine niemals enden wollende Party.

Anspieltipps:

  • Patti Smith – Gloria
  • Status Quo – Down down
  • Roxy Music – Love is the drug
  • Lynyrd Skynyrd – Saturday night special
  • Richard & Linda Thompson – Dimming of the day
  • Ton Steine Scherben – Wenn die Nacht am Tiefsten
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