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Diverse SZ Diskothek: 1989


  • Label: Ministry Of Sound
  • Laufzeit: 75 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
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Das Jahr 1989 steht ganz im Zeichen des Falls der Berliner Mauer. Ein ganzes Land macht sich auf den Weg nach Westen. Doch auch dort heißt es erst mal hinten anstellen. Das Begrüßungsgeld abholen. Dennoch: Der Eiserne Vorhang hat sich gelüftet. Der Kalte Krieg hat ausgedient. Der russische Staatschef Michail Gorbatschow besucht Deutschland, Boris Becker und Steffi Graf dominieren Wimbledon, Studentenproteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking enden mit einem Massaker der Armee, die Russen ziehen nach fast zehn Jahren aus Afghanistan ab und Salman Rushdie veröffentlicht die „Satanischen Verse“.

Die amerikanischen Hitparaden werden von New Kids On The Block, Phil Collins, Paula Abdul, Janet Jackson und den Plastikpoppern Milli Vanilli angeführt. In Deutschland sieht es mit David Hasselhoff, Roxette und Jive Bunny & The Mastermixers nicht viel besser aus. Das Moscow Music Peace Festival feiert mit westlichen Hardrockern wie Mötley Crüe, Bon Jovi und den Scorpions. Im amerikanischen Untergrund formieren sich Bands wie R.E.M., Nirvana („Bleach“), Pearl Jam, Soundgarden, Guns ’N Roses und die Pixies zu veritablen Rock-Acts, während der HipHop langsam aber sicher den Weg aus den Ghettos findet. Dabei erobern die Rapper der Ostküste gleich den Pop mit. Die Kollegen der Westküste machen dagegen auf ganz hart und erfinden den Gangsta Rap. Die bösen Buben heißen N.W.A., Dr. Der, Ice Cube und Eazy-E, die in den Neunzigern so richtig durchstarten sollen. Auch die Country Music erlebt ein neues Hoch mit Abräumern wie Travis Tritt, Alan Jackson und vor allem Garth Brooks. In Berlin veranstaltet dagegen ein gewisser Dr. Motte mit 150 Gleichgesinnten auf dem Kurfürstendamm die erste Love Parade…

Aerosmith feiern mit „Pump“ ein großartiges Comeback, Tracy Chapman liefert mit „Crossroads“ ein tolles Album ab, dem Lenny Kravitz in nichts nachsteht („Let love rule“). Udo Lindenberg proklamiert die „Bunte Republik Deutschland“ und Peter Maffay ist „Kein Weg zu weit“. Queen schreiben erstmals alle Songs gemeinsam („The Miracle“) und Chris ist auf „The Road To Hell“. Lou Reed besingt „New York“ und Neil Young hat endlich seinen „Freedom“ gefunden. Von all dem erfährt der Leser/Hörer auf der ´89er-Ausgabe der SZ-Diskothek wenig bis gar nichts. Die Redaktion befasst sich lieber mit anderen Künstlern. Etwa Adeva („Thank you“), The Pastels („Anne Boleyn“), Fine Young Cannibals („I’m not the man I used to be”), Soul II Soul („Back to life”) und F.S.K. („M – wie München”). Einige wenige herausragende Tracks dieser Kopplung entnehmen Sie bitte den Anspieltipps.

Anspieltipps:

  • Pixies – Debaser
  • Neneh Cherry – Manchild
  • Happy Mondays – Hallelujah
  • De La Soul – Me, myself and I
  • Dinosaur Jr. – Just like heaven
  • The Neville Brothers – Yellow moon
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