Toni Kater - Futter - Cover
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Toni Kater Futter


  • Label: It-Sounds/SonyBMG
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Album wäre sehr gut geworden, wenn mehr Songs wie „Ist er er“ und „Ankerlied“ Platz gefunden hätten.

Toni Kater, das ist die, die vor einem Jahr auf der Suche nach ihrem Kater MTVIVA abgesucht hat. „Wo bist du?“ war eine kleine Hymne an das Suchen, Toni Kater selbst war der Geheimtipp aus Berlin, den Fans von 2Raumwohnung schon längst kennen sollten. Inga Humpe und Tommy Eckhardt ließen sie sogar in ihrem Chor mitsingen und betrieben musikalische Förderung. Eigentlich studiert Toni Kater Musikwissenschaft, was für eine Musikerin auf dem Papier sehr gut aussieht, aber rein gar nichts bedeutet. Die Künstlerin sehe das Studium als Horizontöffner für ästhetische Welten, heißt es, aber ihr zweites Album „Futter“ ist dennoch nicht viel mehr als ein nettes Popalbum.

Bereits die Single „Tiger deiner Berge“ deutet an, was sich seit dem Debütalbum „Gegen die Zeit“ verändert hat: die Musik ist wesentlich verspielter. Kleine Einlagen eines Percussion-Sets wechseln sich mit Synthesizer-Sounds ab und geben dem etwas eintönigen Popsong den nötigen Kick. Ebenso funktioniert „Mitten im März“: Dezente Effekte arbeiten mit Gitarrenmelodien, während Synthi-Streicher das Stück abrunden. Erstaunlicherweise wirken gerade die Gesangslinien in den Refrain, die Toni singt, sehr hymnenhaft („Immer weiter“), wie man es schon aus „Wo bist du“ kennt, obwohl der Gesang etwas belanglos klingt. Er wirkt nur wie ein weiteres Instrument. Dabei könnte man gerade bei dem Gesang wesentlich mehr machen, um die Songs aus ihrem Pop-Umfeld zu befreien. „Warum“ wirkt durch seine gleichförmige Musik und dem uninspirierenden Gesang geradezu einschläfernd.

Der Tiefpunkt des Albums wird bei „Gut sein“ erreicht: Die erste Rocknummer von Toni Kater wirkt so, wie man es sich vorstellen kann. Ein Popkünstler will rocken und scheitert spätestens beim Abmischen. Nicht nur der sehr bescheidene Text, der so gerne Rock sein möchte, aber daran scheitert, nein, auch der popige Gesang der Berlinerin arbeitet so angestrengt gegen die Rockeinlage der Band an, dass diese Idee bereits auf dem Papier zum Scheitern verurteilt ist. Aber es gibt auch schöne Lieder auf „Futter“. Bei „Ankerlied“ wurde eine angemessen reduzierte Instrumentierung gewählt, um eine kleine Popperle zu erschaffen, die mit dem Akkordeon am Schluss einen schönen Abschluss für das Album bietet. Besonders gut gelungen ist „Ist er der“. Hier passt alles ideal zusammen. Der wirklich gute Text über den idealen Partner, der doch nicht der ist, auf den man gewartet hat, ist gespickt mit schönen Metaphern und detaillierten Beobachtungen. Dazu spielt eine Slidegitarre den Song zu einem schönen Folkpopsong. Dazu prägt sich Katers „Yeah yeah“-Gesang ein und man will gar nicht mehr loslassen. Das dynamisch sehr gut arrangierte Schlagzeug rundet das Stück zu einem wirklich sehr guten Song ab, den man unbedingt aufs nächste Mixtape nehmen möchte.

Das Album wäre sehr gut geworden, wenn mehr Songs wie „Ist er er“ und „Ankerlied“ Platz gefunden hätten. Da wünscht man sich als interessierter Hörer nur, dass Toni Kater für ihr nächstes Album die in „Ankerlied“ besungene Kiste Mut auch mal öffnet und ein interessantes Pop-Album auf die Beine stellt, was ihr wirklich gelingen könnte.

Anspieltipps:

  • Ist er der
  • Ankerlied
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