Cassidy - I´m A Hustla - Cover
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Cassidy I´m A Hustla


  • Label: J Records/SonyBMG
  • Laufzeit: 66 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ganz schön clever – anstatt seine Kollegen zu beleidigen, steigt der Battle-Meister lieber selbst mit seinem zweiten Ego in den Ring. Barry Adrian Reese aka Cassidy wurde durch sein Freestyle-Battle, den er auch gewann, gegen Rapper Freeway bekannt und veröffentlicht nun mit „I’m A Hustla“ sein bereits zweites Studioalbum. Die Scheibe ist mit insgesamt 15 Songs bestückt und verkörpert das reale Streetlife inklusive Drogen, Gewalt, Gangster und Rap-Battles (also das Übliche). Unterstützt wird Cassidy bei seiner Message von Kollegen wie Nas, Quan, Mario, Swizz Beatz, Mashonda, Raekwon, Lil Wayne, Fabolous und Mary J. Blidge.

Die Anfangssequenz von „I’m A Hustla“ ist durchaus hörenswert und hat 10-Punkte-Qualität, denn der erste Banger erwartet den Hörer bereits mit dem Introsong „The Problem vs. The Hustla“. Dort packt Cassidy seinen bekannten Battle-Flow aus und legt mit knallharten Punchlines vor, bevor der Sommersong von 2005 durch die Boxen dröhnt. Natürlich ist hier die Rede von der sagenhaften Single „I’m A Hustla“, in der Cassidy ein Sample von Jay-Zs „Dirt Off Your Shoulder“ verwendet und einen mega Ohrwurm auf die Tanzfläche und in die Autos bringt.

Nach diesem erfolgreichen Start gehen Cassidy dann aber langsam die Inhalte aus und so erwarten einem mit „On The Grind“ und „Crack“ nur altbekannte Gangster/Dealer-Nummern, die für nicht viel Abwechslung sorgen. Anschließend startet Cass mit „B-Boy Stance“ noch einmal neu und bringt die Autofahrer zum Fenster herunter kurbeln und Musik aufdrehen. Der klasse Refrain und die gekonnten Reime passen sich perfekt zum Beat an und ist ein sehr gelungener Nachfolger von „I’m A Hustla“. Es folgt wieder ein kleiner Absturz in die Mainstream/Pop-Szene („A.M. To P.M.“), der allerdings durch den anschließenden Überflieger „Can’t Fade Me“ mit Alleskönner Nas seicht aufgefangen wird und den Longplayer wieder auf die richtige HipHop-Ebene bringt.

Etwas R&B-lastiger geht es mit „Kick It With You“ weiter, indem The B Boy von Youngstar Mario unterstützt wird. Doch leider groovt die Nummer nicht richtig und wirkt ein bisschen langweilig, was sich in den darauffolgenden Songs („C-Bonics“, „Bellybutton“, „Get’em“, „So Long“, „6 Minutes“) auch nicht verändert. Denn Cass versucht dort angestrengt Hits zwischen Real HipHop und Mainstream zu kreieren, das dann auch ordentlich in die Hose geht und keine Abwechslung mehr bietet. Die Beiträge von Mashonda, Raekwon und Fabolous können sich trotzdem sehen lassen, doch leider versagt Lil Wayne sehr enttäuschend mit seinem Rappart. Die anschließende ernste Botschaft-Nummer „The Message“ ist sehr überzeugend und erinnert mit dem wundervollen Syl-Johnson-Sample „Is It Because I’m Black“ an vergangene Tage.

Zum Abschluss präsentiert Cass mit seiner Streethymne „I’m A Hustla Remix“ einen gelungenen Abschluss, der besonders durch Soulqueen Mary J. Blidge gefördert wird. Die Soulqueen singt fröhlich leicht über den Beat und verbreitet perfekte Stimmung für einen weiteren Durchlauf von „I’m A Hustla“, diesmal aber vielleicht mit speziell ausgewählten Songs, die auch wirklich grooven.

Anspieltipps

  • The Problem vs. The Hustla
  • I’m A Hustla
  • B-Boy Stance
  • Can’t Fade Me
  • The Message
  • I’m A Hustla Remix
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