Stone Sour - Come What(ever) May - Cover
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Stone Sour Come What(ever) May


  • Label: Roadrunner/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Corey Taylor kann doch Refrains schreiben und ein deutlich besseres Album als das Stone-Sour-Debüt abliefern.

Vier Jahre nach ihrem Debütalbum haben Corey Taylor und James Root ihre Strampelhöschen von Slipknot wieder gegen normale Kleidung eingetauscht, um mit „Come What(ever) May“ das zweite Werk ihres Nebenprojekts Stone Sour vorzulegen. Schon während der letzten Slipknot-Tour hatten sich Taylor und Root mit neuem Songmaterial beschäftigt, dass anschließend in Dave Grohls (Foo Fighters, Probot, Nirvana) Studio 606 in Los Angeles aufgenommen wurde. Produziert hat mit Nick Raskulinez ebenfalls ein Foo-Fighters-Vertrauter. Entsprechend fett und nach dicker Hose klingt das Werk, nachdem die Band aus Des Moines, Iowa auf ihrem 2002er Debüt noch alles in mühsamer Eigenregie auf die Beine stellte.

Am grundlegenden Stone-Sour-Konzept hat sich auch auf „Come What(ever) May“ nicht viel verändert. Der typische Slipknot-Sound ist nur in Nuancen vorhanden, etwa wenn Corey Taylor wie am Spieß brüllt oder ein paar Riffs in thrashige Nu-Metal-Gefilde abdriften. Ansonsten suhlt sich das relativ düstere Songmaterial in modernen Hardrock- und Metal-Klängen, ohne in die gefährliche Nähe von Stadionrockern wie Nickelback zu geraten. Dazu – und das muss man ganz ehrlich konstatieren – fehlen den Songs von Stone Sour in den allermeisten Fällen auch die entsprechenden Refrains. Anstatt Hooklines schreibt Corey Taylor eben viel lieber Riffs und tritt seine Hörer mit eine guten Portion Härte in den Hintern. So zu hören in der kompromisslos genialen Ballerorgie „30/30 – 150“.

Dennoch denkt der Musikmillionär auch an seine Plattenfirma und damit auch an sein Portemonnaie. Denn was auf dem Debüt mit der radiotauglichen Ballade „Bother“ so vorzüglich funktionierte, wird heuer mit der Halbballade „Through glass“ wiederholt. Kommerzialität darf man den Musikern – neben den Herren Taylor (Gesang) und Root (Gitarre) sind dies noch Josh Rand (Gitarre), Shawn Economaki (Bass) und Neuzugang Roy Mayorga (Ex-Soulfly) am Schlagzeug – allerdings nicht vorwerfen. Dazu ist „Come What(ever) May“ einfach zu heavy ausgefallen. Und so prügelt sich das Quintett durch ein Dutzend Songs, deren Riffs nicht immer unbedingt neu klingen („Reborn“), aber dafür umso gewaltiger aus den Boxen ballern („Hell & consequences“).

Etwas besinnlicher geht es dagegen zum Schluss zu. „Cardiff“ kommt als schleppende Heavy-Riff-Dampfwalze daher, während Corey Taylor in „Zzyxx Rd.“ zum Pianomann mutiert, der seinen Hörern nur seine Stimme und ein Piano präsentiert. Hier ist die Kitschgrenze zwar nicht mehr weit, aber dieser lupenreine Pop(!)song (sozusagen „November rain“ in halb so lang) hat durchaus seinen Reiz. Und er verrät noch zwei Dinge: Corey Taylor kann doch Refrains schreiben und ein deutlich besseres Album als das Stone-Sour-Debüt abliefern.

Anspieltipps:

  • Socio
  • Cardiff
  • Reborn
  • Zzyxx Rd.
  • 30/30 – 150
  • Made of scars
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