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Velojet Velojet


  • Label: Wohnzimmer Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Um in Österreich als Musiker kommerziell zu Buche zu schlagen und auch davon leben zu können muss man entweder eine gehörige Portion Glück mitbringen und sich in einer Talentshow wie „Starmania“ (österreichisches Pendant zu „Deutschland sucht den Superstar“) durchsetzen können oder versuchen sich durch harte und lange Arbeit international einen Namen zu machen (Kruder & Dorfmeister). Talent allein nützt in beiden Fällen leider sonderlich wenig. Das weiß auch Helmut Mühlberger, der mit allem anderen zufrieden ist als mit dem Entschluss seines Sohnes sich keinem „normalem“ Job zu widmen sondern voll und ganz der Musik. Unbeirrt studiert René am Gustav Mahler-Konservatorium in Wien Jazz-Gitarre und übt sich auch an der klassischen Ausgabe des Saiteninstruments. Im Laufe der Zeit lernt er Irene Grabheer (Keyboard, Gesang), Marlene Lacherstorfer (Bass, Gesang) und Michael Flatz (Schlagzeug) kennen und Velojet erblickt das Licht der Welt. Sie treten als Support von The Killers und Coldplay auf, überzeugen durch eine mehr als gelungene Bühnenshow und fangen an sich einen Namen zu machen. Das nun auf dem Wiener Independent-Label Wohnzimmer Records erschienene Debüt erfüllt die Erwartungen rund um „The best band in Austria“ (Ronnie Vannucci – The Killers Drummer) souverän und geht noch darüber hinaus.

Wer einen derartigen Ohrwurm wie „Your Side“ kreiert muss den internationalen Vergleich auch nicht scheuen. Obwohl man meint die Melodie schon irgendwo mal gehört zu haben, so ist sie doch eigenständig und gibt dem Ganzen das gewisse Etwas, das bei vielen anderen Bands schmerzlich vermisst wird. Der Opener, sinnvoll betitelt mit „Starting Over“, erinnert an die gute alte Zeit, wo Musik noch nicht als Massenware gehandelt wurde und Umsatzeinbrüche durch Best Of´s kompensiert wurden. Beim fetzigen Intro zu „Something To Believe In“ hört man Velojet dann gleich in Bestform. „I guess it was me / who told me that no one / would stand by my side / in case that I need / some time to recover / from the torture inside“ wird wehmütig vorgetragen von Mühlberger, unterstützt durch eine treibende Gitarre und ist einer der Höhepunkte des Albums. “Yesterdays” fordert dann auf dezent mit dem Kopf mitzunicken, als ob man zu jedem Beat ja sagen würde. Telefonläuten. „Hanging On The Phone“ beginnt. Gekonnt eingesetzte Pausen am Ende des Refrains, wo mit den Vocals nur der Synthesizer mitläuft, machen diesen Track besonders hörenswert.

„Standing At The Corner“ verbreitet dann einen Hauch von Melancholie, damit das aufmunternde „Love Is On It´s Way” dagegenhalten kann um gleichzeitig das letzte Drittel der Platte anzukündigen. Auf „Good To Know“ bekommt René Mühlberger letztendlich doch Unterstützung durch seinen Vater der seine Trompetenkünste zum Besten gibt. Das „Gustostückerl“ kommt gegen Ende mit „Part Of The Plan“. Markante Gitarren breiten sich zu einer lieblichen Melodie aus, werden von Text und Gesang inhaltlich unterstützt und machen den Song, vor allem durch das rockige Ende, einzigartig. Der Titel des nächsten Opus verweist dann gleich augenzwinkernd auf das Ausklingen der Platte. „It´s Getting Serious“ setzt uns mit Akustikgitarre und Klavier einen gelungenen balladesken Abschluss dieses grandiosen Debüts vor und animiert die CD in den eigenen vier Wänden auf Heavy Rotation zu setzen.

An Melodien fehlt es den vier Alpenländlern keinesfalls, fast jeder Track hat das Zeug ein Hit zu werden und zeichnet sich durch unbeschwertes Songwriting aus. Ob sie jetzt auch die nötige Kraft aufbringen können, sich weiter im Business zu profilieren, wird sich zeigen. Ein Anfang ist mit diesem wundervollen Album schon getan.

Anspieltipps:

  • Your Side
  • Part Of The Plan
  • Hanging On The Phone
  • Something To Believe In
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