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The Corrs Home


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

The Corrs haben alles richtig gemacht und sind musikalisch nach Hause zurückgekehrt.

Die Idee, ein Album mit keltisch-irischen Traditionals zu produzieren, hatten schon einige Musikbands und Künstler. Wenn aber The Corrs so etwas einspielen, bekommt das eine andere Dimension. Weltweit hat das Geschwisterquartett Andrea, Sharon, Caroline und Jim Corr 20 Millionen CDs verkauft. Nun haben sie das Bedürfnis, der Welt die Songs, die sie als Kinder gesungen haben, mitzuteilen. Zurück zu den Wurzeln lautet das Motto und jetzt ist auch der ideale Zeitpunkt, nachdem sie aufgrund ihres Erfolges fast unangreifbar sind. Fest steht: Auch diese CD wird Platinauszeichnungen bekommen.

Als Produzent fungiert wie bei dem 2000er Werk „In Blue“ Mitchell Froom, der schon mit Suzanne Vega, Elvis Costello, Paul McCartney und Crowded House arbeitete. Die Stücke wurden natürlich alle in Irland aufgenommen. Der Longplayer entführt in den Irish-Folk und mit Unterstützung der Geiger des BBC-Radioorchesters entsteht eine heimelige Irlandstimmung. Die traditionellen keltischen Instrumente, wie das Schlaginstrument Bodhran und natürlich die üblichen Geigen, der Dudelsack, die Flöte und die Gitarre, zaubern einen Klangteppich, der nie langweilig wird.

Das Stück „Old town“ von Thin-Lizzy-Sänger Phil Lynott haben die Iren schon auf ihrem Unplugged-Album gespielt und es hat natürlich mehr Popzutaten als der gute Rest. Die zwei Instrumentalstücke scheinen verzichtbar, aber der Schlusssong „Haste to the wedding“ wird auf The-Corrs-Konzerten als Zugabe gespielt, also ein Bonbon für die Fans. Die Authentizität ihrer Heimatverbundenheit wird durch zwei Stücke, die in gälischer Sprache gesungen werden, unterstrichen. Dabei überzeugt vor allem Leadsängerin Andrea, die wirklich eine wunderbar klare Stimme hat, die den modernen und historischen Liedern zusätzliche Emotionen einhaucht.

Wer bei „Heart like a wheel“, einer Pianoballade, keine Gänsehaut bekommt, sollte sich ärztlich untersuchen lassen. Auch „Black is the colour“ besticht durch seine Eindringlichkeit und die früher etwas gewöhnungsbedürftigen Geigenklänge passen einfach dahin. Vor allem der mehrstimmige Gesang der Corr-Schwestern, z.B. bei „Peggy Gordon“, gibt der CD die nötige Abwechselung. Trotz der Tatsache, dass die 12 Songs fast durchgehend Ruhe und Melancholie ausstrahlen, ist kaum einen Schwachpunkt auf diesem „Back to the Roots“-Werk zu entdecken. Einziger Kritikpunkt ist die Tatsache, dass kein einziger Track aus der Feder der Corrs stammt. Das scheint jetzt kleinkariert zu sein, nur ist es doch wesentlich leichter, am Songmaterial anderer zu feilen, als selber etwas zu schreiben. Diese winzige Kritik zeigt, dass es kaum etwas zu beanstanden gibt. The Corrs haben alles richtig gemacht und sind musikalisch nach Hause zurückgekehrt. Darum dürfen sie beim nächsten Mal wieder Popmusik abliefern.

Anspieltipps:

  • Old town
  • Spancil hill
  • My Lagan love
  • Heart like a wheel
  • Black is the colour
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