The Polyphonic Spree - Together We´re Heavy - Cover
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The Polyphonic Spree Together We´re Heavy


  • Label: Ministry of Sound/EDEL
  • Laufzeit: 68 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

The Polyphonic Spree aus Dallas, Texas schicken sich mit der Wiederveröffentlichung von „Together We´re Heavy“ an, nach England auch das europäische Festland zu erobern. Ihr Heimatland USA ist von dem zur Zeit aus 23 Mitgliedern bestehendem Kollektiv noch nicht dementsprechend begeistert, wie es die Briten sind. Begünstigt durch den hohen Zuspruch von David Bowie, der sich vom Polyphonic Spree-Cover seines Songs „Five years“ beeindruckt zeigte, war der Durchbruch im Vereinigten Königreich eine Leichtigkeit. Das zweite Album der mit der Größe einer Schulklasse gesegneten Band unterteilt sich, wie auch schon der Vorgänger, in Sektionen. Daher beginnt das Werk mit der „Section 11“ und schließt nahtlos bei „Section 10“ des ersten Albums an. Diese Vorgehensweise unterstreicht die in sich verankerten Songs und das kollektivartige Miteinander der Musiker, welches vom Komponisten und Textverantwortlichen Tim DeLaughter in die nötigen Bahnen gelenkt wird.

Die leisen, von Geigen eröffneten, Momente des gut 8minütigen Openers „A long day continues/We sound amazed“ nehmen Stück für Stück ein opulentes Soundgefüge an. Harmonie und sonnige Elemente werden hier ganz groß geschrieben, ohne im Kitsch zu enden. Besonders der druckvolle Chor und ein glanzvolles Klavierspiel beeindrucken in diesem Song, der es gekonnt mit der Dramaturgie eines Musicals aufnimmt. „Hold me now“ ist ein kompakter Track, der seinen Wurzeln im Pop der 60er hat und beschwingt die Sonne vor dem inneren Auge aufgehen lässt. Hier und da treten erfrischende Bläser auf, um den hymnenartigen Refrain enthusiastisch zu begleiten. Mit dem Zwischenstück „Ensure your reservation“ begeben sich The Polyphonic Spree auf instrumentale Pfade, die ihre Schönheit in der Reduktion finden und von „One man show“ aufgenommen werden. Leichtfüßige Elektronik macht es sich auf dem flauschigen Sofa mit fragilen Streichern gemütlich. Doch schon im nächsten Moment bricht das Klavier aus und holt zum mitreißenden Solo aus.

Als Konstante kann man nur das positive Lebensgefühl sehen, welches uns die 23 Mitglieder offenbaren. Ansonsten ist das amerikanische Kollektiv immer für eine musikalische Überraschung gut und gibt dem Hörer die Möglichkeit, so manche Feinheiten im Sound wieder und wieder entdecken zu dürfen. Diese Herausforderung kommt dabei ohne allzu verkopfte Anspannung aus und belebt das Hörerlebnis auf charmante Weise.

Das Songwriting erlebt auf dem Longplayer so manche Sternstunde und ist stets vielseitig und abwechslungsreich. Ruhige Momente, in denen herzergreifende Hoffnung die erdrückende Melancholie versiegen lässt, treffen auf groß angelegte Streicher-Arrangements und druckvollen Pop, der manchmal gar Richtung Rock schielt, obgleich sich die Gitarren stets unterordnen. Wir erleben eine Reise in einen weiten und funkelnden Kosmos, die man entzückt vom umfassenden Bonusmaterial gern antritt. Dort finden sich nämlich 2 unveröffentlichte Songs und die Videos zu „2000 Places“ und „Hold me now“.

Anspieltipps:

  • 2000 Places
  • Hold me now
  • Suitcase calling
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