Gavin DeGraw - Chariot-Stripped - Cover
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Gavin DeGraw Chariot-Stripped


  • Label: J Records/SonyBMG
  • Laufzeit: 101 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die elf Kompositionen basieren auf klassischer Singer/Songwriter-Instrumentierung mit Klavier und Gitarre.

Risikofreude, Gespür, Weitsicht und Ausdauer sind grundlegende Eigenschaften für einen erfolgreichen Label-Betreiber. Leider gibt es von diesem Kaliber nur noch wenige. Clive Davis ist so ein Typ, der sich seit vielen Jahren als Talentschmied hervortut. Zu seinen jüngsten Entdeckungen zählen Alicia Keys, Mario und Maroon 5. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Denn mit dem 26jährigen Singer/Songwriter Gavin DeGraw steht bereits der nächste vielversprechende Künstler aus der Davis-Riege vor dem weltweiten Durchbruch.

Gavin DeGraw wuchs in der Catskill-Mountains-Region in Upstate New York auf. Mit acht Jahren fing er an zu singen und Klavier zu spielen. Später besuchte er das Ithaca College für Musik, das er nach nur einem Semester verließ. Er zog nach Boston und ging für ein Jahr auf die renommierte Berklee Musikhochschule. Dann überkam ihn wieder sein Freiheitsdrang, der stärker war, als die Lust auf trockene Seminare. Gavin wagte in Manhattan einen Neuanfang, wo er sich seinen Lebensunterhalt als Club-Musiker verdiente. Schnell sprach sich sein Talent herum. Die ersten Plattendeals wurden ihm angeboten, doch DeGraw wollte sich lieber Zeit lassen, um sich als Songwriter und Performer weiterzuentwickeln.

Im Frühjahr unterzeichnete Gavin DeGraw bei J Records einen weltweiten Vertriebsdeal und ging mit Produzent Mark Endert (Fiona Apple, Tonic) in das legendäre Sunset Sound Studio in Los Angeles, wo er zusammen mit einer hochkarätig besetzten Studioband – u.a. mit dem Gitarristen Michael Ward (The Wallflowers, John Hiatt) und Drummer Joey Waronker (Beck, R.E.M.) – sein Debütalbum „Chariot“ einspielte. Das Album erschien im Juli 2003 in den USA und verkaufte bis dato mehr als eine Million Einheiten. Aufgrund einer Fan-Initiative begab sich DeGraw ein Jahr später in New York erneut ins Studio, um das komplette Album in einer rohen Live-Version neu aufzunehmen. Bei den zweitägigen Sessions in den Dumbo Studios floss die ganze Energie und Ausdruckskraft seiner Live-Auftritte in die Songs, die sich dadurch hörbar verändert haben. „Chariot“ wurde daraufhin um eine CD ergänzt und mit dem Titel „Chariot - Stripped“ erneut in die Läden gestellt. In dieser Doppelalbum-Version kommen nun auch die deutschen Musikfans in den Genuss von „Chariot“.

Die elf Kompositionen basieren auf klassischer Singer/Songwriter-Instrumentierung mit Klavier und Gitarre. Weil damit nicht unbedingt ein Blumentopf zu gewinnen ist, wurden die Songs für das ursprüngliche Album (auf Druck der Plattenfirma?) in radiofreundliche Mainstreamarrangements gesteckt, die wuchtig aus den Boxen perlen und eine ausgeprägte Hitparadenkompatibilität mitbringen. Das erinnert in guten Momenten an die Counting Crows, allerdings ohne das Gejammer eines Adam Duritz. Auf der Akustik/Live-CD „Stripped“ verwandeln sich die Songs dann in weitaus lebendigere („Chemical party“) bzw. souligere („Belief“) Tracks, die Gavin DeGraw näher an Vorbilder wie Ray Charles oder Billy Joel heranrücken. Das Gespür der Fans, die dieses Akustik-Set forderten, war also goldrichtig.

Zum VÖ-Termin in Deutschland hat „Chariot“ bereits 54 Chartswochen in den USA auf dem Buckel. Das zeugt von einem Album mit echter Langzeitwirkung, das auch bei uns echte Chancen hat. Hits wie „Follow through“ und natürlich „I don’t want to be“ machen’s möglich.

Anspieltipps:

  • Belief
  • Follow through
  • Chemical party
  • I don’t want to be
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