Our Lady Peace - Healthy In Paranoid Times - Cover
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Our Lady Peace Healthy In Paranoid Times


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Es dauert eine gewisse Zeit, bis man in das Album „hineinkommt“.

Auf dem Höhepunkt der Grungewelle formierte sich die Band Our Lady Peace im kanadischen Toronto. 1995 brachte sie ihr Debüt „Naveed“ heraus, dem bis heute fünf Alben (darunter eine Live-CD) folgten. Das letzte Studiowerk „Gravity“ datiert aus dem Sommer 2002. Mit „Healthy In Paranoid Times“ kam im August 2005 der Nachfolger heraus – die längste Zeit, die Our Lady Peace je für ein Album brauchten –, verewigt im Booklet der CD mit dem Hinweis: „1165 days were needed to record ‚Healthy In Paranoid Times’“.

Den Grund dafür geben Raine Maida (Vocals), Duncan Coutts (Bass), Jeremy Taggart (Drums) und Steve Mazur (Gitarre) mit internen Problemen während der Songwritingsessions an, die von vielen Pausen unterbrochen wurden. 43 Songs stellte die Band fertig, bevor sie sich mit Produzent Bob Rock (Bon Jovi, Metallica, The Cult) auf die richtigen 12 einigen konnte. Dieser Minimierungsprozess war für die Musiker extrem frustrierend und stellte den Teamgeist auf eine harte Probe. Im Verlauf hitziger Debatten drohte jeder der Bandmitglieder einmal zum einen oder anderen Zeitpunkt, Our Lady Peace zu verlassen. Doch am Ende zahlte sich die Geduld aus, auch wenn man bei einigen Songs von „Healthy In Paranoid Times“ meint, die Probleme während der Entstehung spüren zu können.

Es dauert nämlich eine gewisse Zeit, bis man in das Album „hineinkommt“. So ist das Eröffnungstrio aus „Angels/Losing/Sleep“, „Will the future blame us“ und „Picture“ vielleicht eine Spur zu gewollt, zu glatt und soft ausgefallen. Doch langsam aber sicher bekommen die vier Kanadier die Kurve und ab „Where are you“, der ersten Singleauskopplung, reißen die Gitarren mit, haben die Drums den nötigen Punch und gibt es einen Refrain, der jedes Stadion zum Kochen bringt. Diese Eingängigkeit, aber diesmal im Midtempo-Bereich angesiedelt, halten die Jungs auch bei „Wipe that smile off your face“, das mit einem feinen Gitarrensolo, von Jimi Hendrix inspirierten Gitarrenlicks, atmosphärischen Orgelparts und einer schönen Melodie daherkommt.

Mit „Boy“ und „Love and trust“ setzen Our Lady Peace ihren Rockkurs fort, ehe mit „Apology“ einen Gang heruntergeschaltet wird. Der Titel zählt auch prompt zu den schwächeren des Albums. „The world on a string“ klingt dagegen wie Bon Jovi zu „These Days“-Zeiten – und seit dem Album sind die Meinungen über die New-Jersey-Rocker ja einigermaßen gespalten. Doch wer auf fette Stadionhymnen, satten Midtempo-Rock und eine überschaubare Anzahl an Balladen steht, ist mit einem – zugegeben – mainstreamorientierten Album wie „Healthy In Paranoid Times“ sehr gut bedient.

Anspieltipps:

  • Love and trust
  • Where are you
  • The world on a string
  • Wipe that smile off your face
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