Gemini Five - Black Anthem - Cover
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Gemini Five Black Anthem


  • Label: Wild Kingdom/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor zwei Jahren erschien das Debütalbum „Babylon Rockets” der Schweden-Rocker Gemini Five. Die Presse lobte das Album einhellig und bezeugte der Band eine große Zukunft. Diese Vorschusslorbeeren gilt es nun mit CD Nummer 2 zu verteidigen. Ein Dutzend Songs wurden dazu vor etwas mehr als einem halben Jahr in Stockholm aufgenommen, die jetzt unter dem Titel „Black Anthem“ erscheinen. Doch nach einigen Hördurchläufen steht fest, dass sich mit dem Material von „Black Anthem“ nur schwer ein Blumentopf gewinnen lassen wird. Doch woran liegt’s?

Das zweite Album der Schweden ist wohl kalkulierte Musik aus dem Baukasten. Zu keiner Zeit wirklich schlecht, aber auch nie so aufregend, dass ein Kauf nicht umgänglich wäre. Da haben sich Produzent Peer Stappe und die Jungs von Gemini Five (Tin Star, Slim Pete, Snoopy und Hot Rod) ganz was feines ausgedacht. Man nehme ein bisschen Glamrock (Mötley Crüe), einen Tupfer Gothic-Pop (HIM), etwas Elektro-Rock (Pitchshifter) und eine Priese 80er Jahre Hardrock á la Skid Row – und fertig ist ein unglaubliches Konsensalbum mit stadiontauglichen Balladen („Heaven come undone“, „Silent night“) und rockigeren Stücken, die verdächtig nach HIM klingen, wenn sich die Herren um Ville Valo an härtere Songs herantrauen („You lead me to madness“), bzw. mit fluffigen Keyboardteppichen und Mitsingrefrains wuchern, um auf Teufel komm raus in die Charts zu kommen („Black anthem“).

Dabei haben die Vier tatsächlich ein paar sehr gute Stücke auf der Pfanne. „Bring on the monkey” klingt zum Beispiel original nach Skid Row. Harte Riffs und eingängige Melodien waren das Aushängeschild der Hardrocker um Sebastian Bach. Das können Gemini Five ebenso! Brian Warner alias Marilyn Manson lugt bei den krachenden Elektro-Rock-Stampfern „Flesh for fantasy“ und „Sinners parade” und die Ecke, während „When the body speaks“ allerbestes Singalong-Material für die Nu-Rock-Generation darstellt. Mein Gott, Gemini Five haben es doch drauf! Schade nur, dass die Schweden das Niveau nicht durchgehend halten können und „Black Anthem“ mit überflüssigen Elementen verwässern. Tja, und wenn der Rausschmeißer „Silent night” dann auch noch in die Bon-Jovi-Ecke zielt, ist wirklich Schluss mit lustig.

Anspieltipps:

  • Second II none
  • Sinners parade
  • Flesh for fantasy
  • When the body speaks
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